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Erwartungen - der Azubis und der Ausbilder

Jugendliche „ticken“ ein bisschen anders als die Älteren – das war schon immer so. Treffen aber zwei Generationen als Azubi und Ausbilder aufeinander, können Konflikte entstehen.

Dies kann vermieden werden, wenn sich Ausbilder bewusst machen, was sie von den heutigen Nachwuchstalenten unterscheidet. Und wenn Azubis umgekehrt wissen, was die Vorgesetzten bewegt. 

Die beschriebenen Eigenschaften und Verhaltensweisen sind natürlich pauschalisiert und treffen für den Einzelnen möglicherweise nur teilweise oder gar nicht zu. Je nach individueller Berufs- und Lebensphase verändern sie sich zudem. Die Beschreibungen geben daher nur Anhaltspunkte, um gegenseitiges Verständnis von Azubis und Chefs zu fördern.

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+Die älteren Semester

In den 1950er und 1960er Jahren geboren – Kinder des Wirtschaftswunders, Babyboomer – haben sie es früh gelernt, sich gegen viele Geschwister, in überfüllten Schulklassen oder einem gesättigten Arbeitsmarkt durchzusetzen. Und sie haben noch Respekt vor Autoritäten gelernt.

Hohe Loyalität zum Arbeitgeber, Teamgeist und Karrierestreben zeichnen sie aus. Statussymbole sind wichtig, im Beruf wie privat: Alle zwei Jahre ein neues, noch größeres Auto, Wohneigentum

Die Arbeit hat einen sehr hohen Stellenwert in ihrem Selbstwertgefühl. Von ihren Eltern haben sie gelernt: „Erst die Arbeit – dann das Vergnügen“.

+Die Generation Golf

Die Kinder der 1970er Jahre: Nach dem langen Aufschwung waren sie die erste Nachkriegsgeneration die mit den nachteiligen Folgen des Wirtschaftswunders konfrontiert wurde: Wirtschaftskreise, Ölkrise, Fahrverbote, Umweltverschmutzung, Smog.

Die Jungen reagierten pragmatisch, bekannten sich zu neuen Werten wie Umweltschutz, Ökologie, Gesunde Ernährung, Konsumverzicht. Zeit für die Familie, für ein gutes Leben ist wichtiger als Geld und Statussymbole.

Im Job zählt vor allem das Ergebnis, Effizienz steht oben an, um Ziele zu erreichen. Lange Diskussionen sind Zeitverschwendung: Machen statt reden.

+Generation Y

Ab 1980 geboren sind sie die erste Generation, die mit Mobiltelefon und Internet aufgewachsen ist. 

Oft sind sie Einzelkinder in ihrer Familie. Sie standen stets im Mittelpunkt und erhielten von klein auf Rückmeldungen auf ihr Verhalten und eine intensive Betreuung. Das wollen sie auch im Berufsleben: Wissen, ob sie alles richtig machen.

Kommunikation findet häufig über soziale Medien statt. Doch wer ständig simst, whatsappt, instragramt spielt nicht zwingend – er arbeitet vielleicht in seinem virtuellen Team. Vernetzt sein heißt wahrgenommen werden. Alles wird (mit)geteilt, auch manches, was älteren als banal erscheint. Die Generation Y sucht damit Bestätigung, Feedback.

Die Loyalität zum Arbeitgeber muss sich dieser erst „verdienen“. Die Jugendlichen erfahren jeden Tag, wie viele interessante Optionen es gibt – in der Schule, in den Daily Soaps der Vorabendprogramme. Es fällt ihnen zunächst schwer, sich für eine zu entscheiden. Sie müssen wirklich von dem Nutzen für sie persönlich überzeugt sein. Lieber warten sie ab, ob sich noch etwas noch besseres ergibt, als sich zu schnell festzulegen.

Statussymbole locken nicht. Karriere ist kein Lebensziel, denn auch das heißt Bindung. Arbeit hat dann einen hohen Stellenwert, wenn sie der Selbstverwirklichung dient, wenn sie Spaß macht. Dann engagiert sich die Generation Y gern – in vernetzten, weltweiten Teams. Die Regeln dafür wollen sie lieber selber festlegen, als sich in Hierarchien einzuordnen.

Die Generation Z – geboren ab 2000 – wird wieder andere Prioritäten setzen, das zumindest ist sicher, welche das sein werden, steht noch nicht fest.

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Kontakt

Ulrike Heitzer-Priem
Fachbereich Fachkräfte
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