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Der Werkzeugkoffer des Azubimarketings hält viele Maßnahmen bereit. 21 davon haben wir unter die Lupe genommen – es sind die gleichen, die im Leitfaden "Vom Du zum Wir" zur Bewerberansprache genannt werden. Was sind ihre Vor- und Nachteile? Welche Maßnahmen lohnen sich wann? Wie sieht es mit Aufwand und Kosten der Maßnahmen aus? Für ausführliche Informationen klicken Sie auf die Maßnahme, die Sie interessiert.

+Ausbildungsbotschafter

Was? Eigene Azubis als „Botschafter“ in die Schulen bringen.

Wie? Sie haben eine Schulkooperation oder eine Klassenpatenschaft? Dann ist es leicht, mit dem entsprechenden Lehrer über diese Möglichkeit des Praxiseinblicks im Klassenraum zu reden. Andernfalls könnte dieses Angebot Ihr Türöffner für eine Kooperation werden. In Baden-Württemberg wird diese Maßnahme sogar vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft gefördert. Dort werden Auszubildende in einer eintägigen Schulung zertifiziert und auf ihre Botschafterrolle vorbereitet. Die Ausbildungsbotschafter sind immer zu zweit in den Schulen unterwegs.

Aufwand? Sie benötigen einen Azubi, der das machen möchte. Sie benötigen eine Vorstellung, worüber der Auszubildende berichten und was er erzählen kann. Aber der größte mögliche Aufwand wäre das Anbahnen eines solchen Besuchs, falls keine Partnerschaften oder Ähnliches bestehen.

Kosten? Keine – außer der Freistellung.

Vorteile? In etwa Gleichaltrige haben eine ganz andere Überzeugungskraft bei den Schülern. Wenn sie glaubhaft ihren Spaß an der Ausbildung und die Freude über die tolle Kollegialität vermitteln, verfehlt es nicht seine Wirkung bei den Schülern.

Nachteile? Sie haben zurzeit keinen Azubi? Ihr jüngster Mitarbeiter kann auch in die Rolle schlüpfen und kommt vermutlich „besser“ bei den Schülern an. Alternativ sind „alte Hasen“, die theoretisch auch Ausbildungspaten oder Mentoren werden könnten, eine Option.

Unser Statement: Ein Ausbildungsbotschafter ist quasi der Azubi-Blog der realen Welt. Die Einblicke, die er bieten kann, kommen bei den Jugendlichen besonders gut an.

+Ausbildungsmesse/Ausbildungstour

Was? Mit einem Stand auf einer Messe speziell für den Nachwuchs oder bei einer Kombination aus Ausbildungsmesse und Tag der offenen Tür vertreten sein.

Wie? Ausbildungsmessen werden von Kammern, Schulen, Verbänden und anderen angeboten oder unterstützt. Ein Stand auf der Messe zu haben, bringt Sie ins Gespräch mit den Jugendlichen, Eltern und Lehrern. Nehmen Sie Ihren Azubi mit, sofern Sie einen haben. Er kann authentischer von der täglichen Arbeit, dem Ausbildungsberuf und dem Unternehmen berichten und kommt leichter ins Gespräch mit den Jugendlichen. Falls Sie eine Schulkooperation pflegen, ist eine solche Messe durchaus eine Frage wert. Ausbildungstouren verbinden Messe und Tag der offenen Tür. Eine Tour organisieren meistens Kommunen in Verbindung mit Schulen und Kammern. Busse fahren die Interessierten zu den einzelnen Unternehmen sowie zum Veranstaltungsort der Messe. Ein gutes Beispiel für eine Ausbildungstour ist die Oberurseler Azubitour.

Aufwand? Sie werden die Messe vorbereiten. Sie kommen nicht umhin, Personal und Zeit dafür einzuplanen. Oft dauert eine solche Messe einen halben Tag, manchmal aber auch länger und über das Wochenende. Ausbildungstouren dauern ein paar Stunden. Denken Sie auch an den Auf- und Abbau des Standes.

Kosten? Sie brauchen einen Messestand – übrigens auch für Kundenmessen. Es ist eine einmalige Investition, da Sie diesen Stand immer mal wieder verwenden können. Informationsmaterialien zum Verteilen sind ebenfalls hilfreich.

Vorteile? Ausbildungsmessen haben den Vorteil, meistens gleich drei wichtige Zielgruppen erreichen und mit ihnen ins Gespräch kommen zu können: Häufig sind Schüler, Eltern und Lehrer vor Ort. Die Eltern erreicht man am besten, wenn die Veranstaltungen am Wochenende stattfinden.

Nachteile? Erfahrungen zeigen, dass Ausbildungsmessen sehr unterschiedlich ausfallen können. Sie können einen guten Messeauftritt haben, aber unter dem Strich mit keinen vernünftigen Kontakten nach Hause fahren – oder eben mit sehr vielen und validen Kontakten. Das Risiko besteht immer und liegt nicht in Ihrer Hand. Messen mit notwendiger Vor- und Nachbereitung sind zeitintensiv.

Unser Statement: Ausbildungsmessen stehen und fallen mit dem Engagement der Lehrer, aber auch der Jugendlichen. Interessierte Schüler und aktive Lehrer vorausgesetzt, sind Ausbildungsmessen eine gute Möglichkeit, sich zu präsentieren und mit den wichtigen Personen ins Gespräch zu kommen.

+Azubi-Speed-Dating

Was? Zehn Minuten Zeit, in der sich Unternehmen und Jugendlicher kennenlernen – und dann kommt der nächste Jugendliche. Es geht aber auch umgekehrt: Unternehmens-Speed-Dating gibt es ebenfalls.

Wie? Informieren Sie sich, ob Ihre IHK oder HWK Azubi-Speed-Datings anbietet und durchführt. Alternativ können Sie auch in Schulen aktiv werden. Idealerweise im Rahmen einer Schulkooperation. Erkundigen Sie sich, was Klassenlehrer der achten und neunten Klassen davon halten.

Aufwand? Wenn es angeboten wird, nur die Zeit für die Veranstaltung. Wenn Sie es selbst organisieren wollen im Rahmen einer Klassenpatenschaft oder in einer Schule, rechnen Sie mit mehreren Gesprächen, bis alles steht.

Kosten? Ihnen entstehen keine Kosten oder Teilnahmegebühren.

Vorteile? Gerade bei den angebotenen Veranstaltungen wenig zeitlicher Aufwand und die Möglichkeit, ein Dutzend Jugendlicher kennenzulernen und deren Interesse zu wecken.

Nachteile? Zehn Minuten Zeit ist wenig, um alle wichtigen Informationen weiterzugeben. Daher: Anschlussgespräche anbieten, Einladungen aussprechen, z. B. zu einer Betriebsbesichtigung oder einem Schnuppertag.

Unser Statement: Sehr in Mode, weil effektiv – mit den Kammern.

+Betriebsbesichtigung

Was? Schüler, Lehrer, aber auch Eltern durch das Unternehmen führen.

Wie? Die Betriebsbesichtigung ist eine Betriebserkundung im Kleinen. Sie führen eine Schulklasse oder idealerweise noch kleinere Gruppe durch Ihr Unternehmen und stellen es vor. Sie erzählen die Geschichte des Unternehmens, stellen die einzelnen Bereiche und Tätigkeiten vor. Gehen Sie auf die Ausbildungsberufe ein, sprechen Sie über die Vorteile, die Ihr Unternehmen Beschäftigten bietet. Vermitteln Sie, wie viel Spaß die Arbeit in Ihrem Team und in Ihrer Branche macht und wie viel Abwechslung geboten wird. Ihre Aufgabe ist es, Ihren Gästen das Unternehmen schmackhaft und interessant zu machen. Gut kommt es an, wenn Sie ebenfalls Auszubildende zu Wort kommen lassen.

Aufwand? Gehen Sie nicht unvorbereitet in eine solche Besichtigung. Sie benötigen Zeit, sie zu planen und zu organisieren. Sie werden gute Ideen brauchen und sollten sich einen Ablaufplan erstellen – mit Inhalten, was Sie wann und wo sagen wollen. Zumindest grob sollten Sie den Ablauf im Vorhinein skizziert haben.

Kosten? Zeit für die Vor- und Nachbereitung. Zusätzliches Informationsmaterial, ein bisschen etwas zur Verköstigung und Giveaways wären auch hilfreich.

Vorteile? Eine Maßnahme, die überzeugen kann, wenn Sie überzeugend sind. Sie erreichen auch mit ihr Schüler, Lehrer und eventuell die Eltern – dafür gibt es nicht viele Maßnahmen.

Nachteile? Wenn Betriebsbesichtigungen eher als Zwangsveranstaltung bei den Schülern ankommen oder Ihr Konzept nicht den Nerv der Teilnehmer trifft, kann das Ergebnis ernüchternd sein. In dem Fall überlegen Sie am besten gemeinsam mit dem Lehrer, wie man einen solchen Besuch anders gestalten kann.

Unser Statement: Die „Betriebserkundung light“ ist für diejenigen geeignet, die weniger Zeit in die Vorbereitung investieren können, aber den Vorteil des Sich-Präsentierens vor Ort trotzdem nutzen wollen.

+Betriebserkundung

Was? Theorie und Praxis vereint in einem Klassenausflug – oder auch unabhängig davon – mit konkreten Übungen im Betrieb.

Wie? Auch hierbei wäre eine Schulkooperation oder eine Klassenpatenschaft hilfreich. Kleine Aufgaben praktischer Natur, witzige Anekdoten, Einblicke in den Arbeitsalltag und die Möglichkeit, über alles zu reden und Fragen zu stellen, wechseln sich ab. Das Erlebnis steht für die Jugendlichen im Vordergrund.

Aufwand? Der Aufwand ist etwas höher. Erst recht, wenn gar keine Kontakte bestehen. Die Planung und Abstimmung kostet Zeit. Binden Sie Mitarbeiter – oder noch besser – Ihre Auszubildenden ein, denen die Arbeit an diesem Projekt Spaß machen würde. 

Kosten? Gegebenenfalls für Essen und Getränke. Eventuell für weitere Informationen, die Sie Ihren Besuchern mit auf den Weg geben können – zur Orientierung und als Visitenkarte Ihres Unternehmens.

Vorteile? Jugendliche sind begeisterungsfähig. Wenn es Ihnen gelingt, mit Ihren Aufgaben und Ihren Erzählungen die Schüler zu begeistern, sind die nächsten Praktikanten oder auch Auszubildenden nicht mehr weit. Nebenbei kostenlose Imagepflege.

Nachteile? Etwas zeitintensivere Maßnahme. Der Erfolg hängt sehr davon ab, wie Sie sich und Ihren Betrieb verkaufen können.

Unser Statement: Eine Maßnahme nicht nur für Schüler. Nutzen Sie sie, um auch mit den Lehrern besser ins Gespräch zu kommen. Lehrer sind dankbar für die Möglichkeiten eines solchen Ausflugs.

+Direkte Empfehlungen

Was? Mitarbeiter, Kollegen und Kunden empfehlen Ihnen Jugendliche für die zu besetzenden Ausbildungsstellen.

Wie? Das Prinzip „Ich kenne da wen“ ist altbekannt und altbewährt. Fördern Sie intern diese Form des Kontaktes, vielleicht mit einer Prämie? Darüber hinaus nutzen Sie am besten jede Gelegenheit, sich bei vertrauten Kunden umzuhören, ob sie jemanden kennen oder gar empfehlen können. Im Gespräch sein und sich umhören, lautet hier die Devise.

Aufwand? Mundpropaganda kostet nicht mehr als ein paar wohlplatzierte Worte.

Kosten? Keine. Höchstens die Investition in einen Kaffee oder ein Feierabendbier. Im Erfolgsfall die Prämie für den Vermittler.

Vorteile? Empfehlungen von Ihnen vertrauten und zuverlässigen Personen erleichtern Ihnen eine Beurteilung in erster Instanz. Ein guter Leumund spricht für sich.

Nachteile? Ein Leumund kann sich auch mal irren, und Sie können einen völlig anderen Eindruck des Azubikandidaten gewinnen. Zu viele Vorschlusslorbeeren sollten Sie daher erst recht misstrauisch machen. Sorgen Sie daher schnell für ein erstes persönliches Kennenlernen. Der dort gewonnene Eindruck ist wichtiger als jede Form von Bewerbungsunterlagen.

Unser Statement: Eine Maßnahme, die sich immer lohnt – und bei der Ihr ganzer Mitarbeiter-, Kunden- und Familienkreis unterstützen kann. Ein großes Netzwerk ermöglicht Ihnen vielleicht Zugang zu Menschen, die sich bei Ihnen sonst nicht bewerben würden.

+Girls‘ Day/Boys‘ Day

Was? Schwimmen Sie gegen den Strom und sprechen Sie diejenigen an, die sonst häufiger vernachlässigt werden – mit einer Veranstaltung im Sinne eines Aktionstages. Bekannteste Beispiele: der Girls‘ Day und der Boys‘ Day.

Wie? Beim Girls‘ Day oder Boys‘ Day fangen Sie mit dem Eintrag auf der Website dieser Aktion an. Denken Sie auch über Migranten, ältere Ausbildungskandidaten und andere Zielgruppen nach. Informieren Sie sich im regionalen Umfeld über mögliche Vereine und Einrichtungen etc., die Sie dafür gewinnen können. Sie brauchen allerdings Aufmerksamkeit und ein ähnliches Konzept wie bei der Betriebserkundung.

Aufwand? Höherer Aufwand, da verschiedene Aufgaben zu bewältigen sind, ehe ein solcher Aktionstag steht.

Kosten? Ohne Informationsmaterial, Verpflegung, Marketingbudget kommen Sie nicht aus – ähnlich wie bei der Betriebserkundung.

Vorteile? Eine solche Veranstaltung kostet Zeit und Geld. Allerdings: Gerade solche Veranstaltungen bringen Ihnen mediale Aufmerksamkeit; es lohnt sich in dem Fall auch, Pressearbeit zu leisten. Laden Sie Journalisten der regionalen Medien und der Regionalteile überregionaler Medien ein. Sie werden sehen, dass Sie Pressebesuch bekommen werden. Außerdem erschließen Sie sich neue Zielgruppen, denen Sie eine Chance geben sollten.

Nachteile? Verlangt viel Zeit und Engagement. Eventuell nicht für jeden Betrieb umsetzbar.

Unser Statement: Wenn Sie sich intensiver mit alternativen Zielgruppen auseinandersetzen wollen, ist diese Maßnahme ein guter Weg. Sie knüpfen Kontakte zu Einrichtungen, zu lokalen Medien und nicht zuletzt zu einer neuen Zielgruppe.

+Informationsflyer

Was? Die wesentlichen Informationen über Ihr Unternehmen und eine Ausbildung bei Ihnen kompakt mit einem Flyer darstellen.

Wie? Schauen Sie sich verschiedene Flyer zum Thema Ausbildung im Internet an, um sich Anregungen zu holen. Fassen Sie kompakt Ihre Stärken des Unternehmens zusammen, beschreiben Sie die Argumente und machen Sie deutlich, warum eine Ausbildung bei Ihnen eine gute Wahl ist. Flyer sollten Sie extern und professionell gestalten lassen – nutzen Sie die Beratung der Grafikdesigner und lassen Sie sich inspirieren. Der Flyer sollte aufgeräumt aussehen, aber ebenso frisch wirken.

Aufwand? Konzeptionelle Überlegungen im Vorfeld sind notwendig.

Kosten? Wenn Sie einen Grafiker beauftragen, kostet das. Die Druckkosten für Flyer sind sehr niedrig.

Vorteile? Handliche Übersicht, die Sie jederzeit gut verteilen können und parat haben. 

Nachteile? Flyer sind nicht jedermanns Sache. Viele Ihrer Flyer können vergebens verteilt werden.

Statement: Ein Flyer ist die Zusatzmaßnahme schlechthin für andere Maßnahmen: Beim Unternehmensbesuch, in Schulen, bei Ausbildungsmessen – Ihren Flyer können Sie überall mitnehmen und verteilen.

+Jobbörsen der Kammer und des Verbands

Was? Nutzen Sie die Anzeigemöglichkeiten der Kammern und Ihres Verbandes.

Wie? www.ihk-lehrstellenboerse.de ist eine Azubibörse, die von allen deutschen IHKs gespeist wird. Tragen Sie sich ein – für eine Ausbildungsstelle wie für ein Praktikumsplatz gleichermaßen. Die Handwerkskammern regional bieten ebenfalls Lehrstellenbörsen an. Schauen Sie auch, ob Ihr Verband oder Ihre Innung etwas Derartiges anbieten.

Aufwand? Ähnlich der Stellenanzeigen online.

Kosten? Keine.

Vorteile? Kostenlose Schaltung einer Anzeige. Von Jugendlichen gut frequentierte Lehrstellenbörsen.

Nachteile? Keine.

Unser Statement: Einfach und kostenlos. Unbedingt nutzen!

+Meldung von Stellen bei der Agentur für Arbeit

Was und wie? Offene Ausbildungsstellen melden Sie bei der ansässigen Agentur für Arbeit. Ihr Stellenangebot wird online gestellt.

Aufwand? Sie benötigen ein Stellenangebot.

Kosten? Keine.

Vorteile? Vielgenutztes Onlineportal (Jobbörse).

Nachteile? Schwierig, als ausbildendes Unternehmen aus der Masse herauszustechen.

Unser Statement: Eine selbstverständliche Maßnahme, die trotzdem oder gerade deswegen nicht unerwähnt und als Chance ungenutzt bleiben darf.

+Praktikum

Was? Testen Sie Jugendliche während eines Schüler- oder Ferienpraktikums.

Wie? Da Schülerpraktika zentraler Bestandteil jeden Azubimarketings sein sollten, haben wir dem Praktikum einen eigenen Leitfaden gewidmet, zu dem Sie hier kommen. Darüber hinaus gibt es eine eigene Rubrik rund um das Thema berufsorientierendes Praktikum. 

Aufwand? Praktika sind mit hohem Aufwand verbunden. Generell muss es einen Ablaufplan geben, der vor dem ersten Praktikum erstellt und im Laufe der Zeit und mit neuen Erfahrungen angepasst werden muss. Es muss feste Ansprechpartner geben, die sich Zeit nehmen für Fragen, Aufgaben und Anleitung. Informationen, welchen Regelungen Praktikanten unterworfen sind, benötigen Sie ebenso. Planen Sie genügend Zeit ein, um regelmäßig mit den Praktikanten zu sprechen, sich Feedback einzuholen und auch Feedback zu geben – schließlich geht es darum, dem Jugendlichen bei gewisser Eignung eine spätere Ausbildung in Ihrem Unternehmen schmackhaft zu machen.

Kosten? Keine, außer der Zeit, die Sie für die Betreuung aufwenden müssen.

Vorteile? Genügend Zeit, die Jugendlichen kennenzulernen, zu testen und sich als Unternehmen attraktiv zu präsentieren. Wenn der Junge gut integriert ist, sich mit allen Mitarbeitern gut versteht, sich wohlfühlt und Spaß an der Arbeit hat, gibt es viele Argumente für eine Ausbildung bei Ihnen.

Nachteile? Höherer Aufwand.

Unser Statement: Praktika sind für viele Unternehmen die besten geeignete Maßnahme, um Auszubildende zu finden. Umgekehrt sind sie für viele Jugendliche eine wichtige Informationsquelle und vor allem Entscheidungsgrundlage für eine mögliche Ausbildung. Praktika anzubieten ist für Sie daher unerlässlich. Kontakte in Schulen erleichtern es, Schüler dafür zu finden.

+Pressearbeit

Was? Lokale und regionale Medien über Ihre Ausbildungsaktivitäten informieren.

Wie? Erkundigen Sie sich über die Redaktionen der ansässigen lokalen und vielleicht auch regionalen Medien und erstellen Sie sich einen kleinen Verteiler. Presseinformationen über Ausbildungsplätze, was Sie Auszubildenden bieten und ein paar Einblicke in Ihr Unternehmen können gerade für die Lokalpresse interessant sein. Pressearbeit kann auch einzelne publikumswirksame Maßnahmen von Ihnen begleiten.

Aufwand? Recherchearbeit ist notwendig, Kontakte zu knüpfen auch. Das Erstellen von Pressemeldungen erfordert ein wenig Routine.

Kosten? Keine, wenn Sie nicht mit einer Pressedatenbank arbeiten oder eine Agentur beauftragen, Sie pressemäßig zu unterstützen.

Vorteile? Werblicher Effekt, höhere Aufmerksamkeit bei den Eltern.

Nachteile? Veröffentlichungen sind nie garantiert.

Unser Statement: Mit Pressearbeit begleiten Sie gut öffentlichkeitswirksame Maßnahmen Ihres Azubimarketings und allgemein Ihres Unternehmens. Das födert die Bekanntheit Ihres Unternehmens.

+Schulkooperation

Was? Ausbildungsberufe vorstellen, Einblicke in den Betrieb geben, Bewerbertrainings durchführen, Fragen rund um die Ausbildung und Berufswahl beantworten.

Wie? Suchen Sie Kontakt zu den Schulen Ihrer Umgebung. Erst einmal grundsätzlich beim Schulleiter anfragen, anschließend die infrage kommenden Lehrer der geeigneten Klassen kontaktieren. Gemeinsame Überlegungen, wie man zusammenarbeiten kann, bereiten den Weg. Unter Umständen geht es aber auch einfacher: Oftmals unterstützen oder koordinieren die Kammern Bildungspartnerschaften mit Schulen – diese Möglichkeit sollten Sie nutzen. Die darüber zustande kommenden Kooperationen sind langfristig angelegt und beruhen auf einem Kooperationsvertrag, in dem alle Einzelheiten der Zusammenarbeit schriftlich und verbindlich festgehalten werden. Es werden Verantwortliche genannt, die für regelmäßigen Austausch sorgen. Sehr informativ dazu: „Handbuch Bildungspartnerschaften“ der HWK Karlsruhe.

Aufwand? Bis eine Schulkooperation steht, kann längere Zeit vergehen. Es muss viel besprochen und abgestimmt werden, so dass gerade am Anfang der Aufwand hoch ist. Mit dem Fuß in der Tür und entsprechenden Absprachen wird der Aufwand geringer. Vier einstündige Termine in der Schule pro Jahr bringen Sie schon weiter.

Kosten? Keine, außer Ihrer Zeit. Vielleicht zusätzliches Informationsmaterial oder Firmenpräsente zur Erinnerung.

Vorteile? Der Klassenraum als Bühne. Gespräche über und Argumente für einen Ausbildungsberuf schon in der Phase der Berufsorientierung. Sie können bei den Schülern frühzeitig Interesse an einer Ausbildung bei Ihnen wecken.

Nachteile? Hoher Aufwand, hohe „Streuverluste“, weil in der frühen Phase der Berufsorientierung angesiedelt.

Unser Statement: Schulkooperationen – wenn sie einmal angelaufen sind – sind fruchtbar und bieten die Möglichkeit, mit Schülern, Lehrern und Eltern (über Elternabende) gleichermaßen in Kontakt zu treten.

+Soziale Medien wie Facebook, Blogs

Was? Ermöglichen Sie Einblicke in Ihr Unternehmen und lassen Sie Mitarbeiter und Auszubildende erzählen.

Wie? Wenn Sie junge Mitarbeiter oder Auszubildende haben, geben Sie diesen eine Stunde pro Woche Zeit für ein, zwei Berichte aus ihrem Alltag. Das können – etwas aufwendiger – Artikel im Azubiblog Ihrer Azubiwebseite sein oder aber ein, zwei Posts pro Woche auf Facebook. Stellen Sie Ihre Mitarbeiter und Azubis vor, lassen Sie den Ausbilder zu Wort kommen.

Aufwand? Zeit für das Verfassen und Einstellen. Eventuell eine Art Redaktionsplan vorher zu erstellen hilft Ihnen dabei, regelmäßig zu posten. Das ist notwendig.

Kosten? Keine.

Vorteile? Glaubwürdige Einblicke für die Jugendlichen in deren Medien. Gute Möglichkeit, mit Praktikanten und Ausbildungskandidaten in Kontakt zu bleiben.

Nachteile? Soziale Medien sind für Jugendliche eher Kontakt- denn Informationsmedium.

Unser Statement: Es ist strittig, inwieweit soziale Medien fester Bestandteil des Azubimarketings sein müssen. Empfehlenswert sind sie jedenfalls für authentische Einblicke und zum Kontakthalten. 

+Sponsoring

Was? Vereine oder auch die Freiwillige Feuerwehr unterstützen und sponsern.

Wie? Fragen Sie bei ansässigen Vereinen nach, wie sie mit Sponsoring umgehen und welche Möglichkeiten des Sponsorings gegeben sind. Sportvereine beispielsweise nehmen gerne Sponsoring an, wenn es um Trikots oder einen Mannschaftsbus mit Werbeflächen geht. Die Freiwillige Feuerwehr freut sich über Unterstützung beim alljährlichen Sommerfest.

Aufwand? Telefonate oder ein Treffen reichen für gewöhnlich schon aus. Wenn Sie den Mannschaftsbus mitsponsern wollen, benötigen Sie normalerweise gestalterische Hilfe für die Werbefläche außen.

Kosten? Je nach Art des Sponsorings unterschiedlich.

Vorteile? Ihr Unternehmen zeigt soziales Engagement, unterstützt lokal und wird wahrgenommen – bei Jugendlichen wie Eltern gleichermaßen. Sie steigern damit aktiv Ihre Bekanntheit.

Nachteile? Eventuell höhere Kosten.

Unser Statement: Für das Sponsoring müssen Sie Geld in die Hand nehmen, aber Sie haben gute Möglichkeiten, mit den richtigen Personen in Kontakt zu kommen oder auf sich aufmerksam zu machen. Sponsern Sie beispielsweise im Besonderen Jugendmannschaften eines Sportvereins.

+Stellenanzeigen in lokalen Printmedien

Was? Anzeigenschaltungen in regionalen und lokalen Medien wie Wochenzeitungen oder Anzeigenblättern oder im Regionalteil größerer Zeitungen.

Wie? Erstellen Sie eine Stellenanzeige, die Ihrer Zielgruppe entspricht – in dem Fall zusätzlich den Eltern. Mehr dazu finden Sie hier. Informieren Sie sich über das Internet und über die Mediadaten, über die Anzeigenpreise und was Sie wie und wann liefern müssen.

Aufwand? Für das Erstellen der Anzeige sollten Sie genügend Zeit einplanen. Auch für eine mögliche Gestaltung extern. Sie benötigen Vorlauf.

Kosten? Anzeigen in Printmedien kosten Geld. Schauen Sie sich gut an, welche Formate für Sie infrage kommen. Die Mediadaten und die Anzeigenstaffelungen helfen Ihnen weiter.

Vorteile? Klassische Anzeigen in Zeitungen erreichen vermehrt die Eltern der Jugendlichen als Leserkreis und können daher einen zusätzlichen indirekten Effekt entwickeln.

Nachteile? Große Anzeigen sind teuer. Sie erreichen viele Leser, aber ob die richtigen dabei sind, wissen Sie nicht. Die Streuverluste können demnach sehr groß sein.

Unser Statement: Mit dieser Maßnahme haben Sie wahrscheinlich selbst schon Erfahrungen gemacht. Bedenken Sie aber: Allzu viele Alternativen, die Eltern anzusprechen, gibt es nicht. Nach wie vor betrachten Eltern und Schüler die klassische Stellenanzeige als einen wichtigen Informationskanal (der schnurstracks auf Ihre Website führt).

+Stellenanzeigen in Online-Jobbörsen

Was? Klassische Stellenanzeigen in Onlineportalen, -jobbörsen und zugleich für Ihre Website.

Wie? Erstellen Sie eine Stellenanzeige, die Ihrer Zielgruppe entspricht. Denken Sie an eine geeignete Ansprache und vor allem an verständliche Formulierungen ebenso wie die wirklich wichtigen Informationen für die Jugendlichen. Mehr dazu finden Sie hier. Suchen Sie Jobbörsen, Praktikumsbörsen und Anzeigenseiten von regionalen und lokalen Medien. Ihr Fokus sollte generell auf Ihrer Region liegen. Tragen Sie sie auch bei den Jobbörsen der Kammern und in branchenbezogene Jobbörsen ein (dort meistens mit Formularen, eine Gestaltung ist daher nicht notwendig). Und verlinken Sie auf Ihre Website.

Aufwand? Das Texten und Zusammenstellen der Anzeige kostet Zeit. Die Linksammlung auf www.rkw-azubimarketing.de hilft Ihnen, geeignete Seiten zu finden, ersetzt aber nicht die regionale Recherche. Das Einstellen geht schnell.

Kosten? Die Gestaltung der Anzeige bei externer Vergabe verursacht Kosten. Für das Einstellen der Anzeige in den Stellenbörsen und die Laufzeit fallen Gebühren an.

Vorteile? Jugendliche und Eltern durchforsten die gängigen Stellenbörsen. Sie machen auf sich aufmerksam und führen Interessierte auf Ihre Website. Wenn diese auch überzeugt, sind Sie als möglicher Ausbildungsbetrieb „im Lostopf“.

Nachteile? Der Erfolg steht und fällt mit der Qualität Ihrer Anzeige. Anzeigen können nur schwer Ihr persönliches Engagement und damit die besondere Eignung als Ausbildungsbetrieb vermitteln.

Unser Statement: Wenig Aufwand, überschaubare Kosten. Vernünftige Standardmaßnahme!

+Tag der offenen Tür

Was? Die Unternehmenstüren für Besucher öffnen – beispielsweise im Rahmen eines kleinen Festes. 

Wie? Ein Tag der offenen Tür bietet sich im Zusammenhang mit einem gewissen Anlass an, beispielsweise einem Straßenfest oder dem Sommerfest der Belegschaft. Sprechen Sie sich mit anderen Unternehmen um sich herum ab, ob Interesse für eine gemeinsame Aktion besteht. Ansonsten planen Sie den Tag der offenen Tür ähnlich einer Betriebsbesichtigung – mit ein bisschen Bewirtung und Führungen. 

Aufwand? Dieser Tag will gut geplant und vorbereitet sein. Binden Sie die Belegschaft mit ein und sammeln Sie Ideen für Programmpunkte.

Kosten? Kosten entstehen für die Bewirtung und für Informationsmaterial.

Vorteile? Eine ungezwungene Veranstaltung an einem Samstag, wo Sie zum Beispiel etwas Festliches mit ein wenig Aufmerksamkeit für Ihr Unternehmen verbinden können. Es adressiert Jugendliche, Eltern, die Nachbarn gleichermaßen.

Nachteile? Im Vergleich zur Betriebserkundung und der Besichtigung weniger genau zugeschnitten auf die Zielgruppen.

Unser Statement: Eine Veranstaltung, die eher Marketingzwecke erfüllt, für die Azubiansprache aber nicht so zielgenau ist. Betriebserkundungen und auch Besichtigungen wären vorzuziehen. In Verbindung mit Ihrem Sommerfest allerdings eine willkommene Gelegenheit, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden.

+Unternehmenscasting

Was? Das Unternehmen bewirbt sich bei den Jugendlichen im Rahmen einer Veranstaltung.

Wie? Informieren Sie sich darüber, ob Ihre Kammer, Ihr Verband oder ein anderer Träger diese Veranstaltungsform anbietet. Es funktioniert im Prinzip wie eine Castingshow. Nur sind in diesem Fall die Unternehmen die Kandidaten. Ähnliches gibt es bereits als Websites, wo sich Schüler die sich vorstellenden Unternehmen anschauen und entscheiden können, ob diese für eine Ausbildung in Frage kommen.

Aufwand? Sie sollten wissen, wie Sie sich präsentieren wollen. Und gut auf typische Fragen vorbereitet sein.

Kosten? Nicht bekannt.

Vorteile? Ähnlich dem Azubi-Speed-Dating eine wenig aufwendige Möglichkeit, mit Jugendlichen in Kontakt zu treten.

Nachteile? Diese Maßnahme können Sie nicht selbst beginnen. Sie sind darauf angewiesen, dass die Maßnahme angeboten wird – was bisher seltener der Fall ist.

Unser Statement: Gute Idee, aber bisher selten angeboten, daher eine reine Gelegenheitsmaßnahme.

+Website für Azubis (Azubisite)

Was? Alle nötigen Informationen rund um das Thema Ausbildung in Ihrem Betrieb kompakt auf einer Website für Auszubildende.

Wie? Das zweite zentrale Element Ihres Azubimarketings sollte eine informative und glaubwürdige Azubisite sein. Deshalb behandelt Leitfaden "Vom Du zum Wir" der Ausbildungsmappe diese Maßnahme intensiv. Wie so eine Website aufgebaut sein kann, zeigen Ihnen zwei Beispiele. Heutzutage ist es nicht schwer, mit einem Homepagebaukasten eine Website zu diesem Zweck zu erstellen. 

Aufwand? Konzeption, Umsetzung und erstes Einpflegen nehmen einige Zeit in Anspruch. Wenn die Website erst einmal steht, ist der Pflegeaufwand überschaubar.

Kosten? Wenn Sie bereits eine Unternehmenswebsite haben, können Sie einfach eine Rubrik ergänzen oder ausbauen. Oder Sie arbeiten mit einem Homepagebaukasten, um eigens eine Azubiwebseite zu erstellen. 

Vorteile? Wollen Jugendliche Informationen über eine Ausbildung und einen Ausbildungsplatz bei einem Unternehmen haben, führt sie ihr erster Blick ins Internet. Eine vollständige und informativ aufbereitete Website liefert Antworten auf die wesentlichen Fragen der Jugendlichen – was Ihnen einen Pluspunkt beschert. 

Nachteile? Am Anfang viel Arbeit – die sich aber lohnt.

Unser Statement: Kein Azubimarketing ohne eine eigene Azubisite.

+Werbung

Was? Anzeigen schalten in lokalen und Onlinemedien. Mit Plakaten arbeiten. Verpackung, Schaufenster, Firmenfahrzeuge oder ähnliches nutzen.

Wie? Lassen Sie sich am besten von ortsansässigen Medien mit Anzeigenabteilung beraten, in welchem Umfeld Sie am sinnvollsten eine Anzeige schalten können, die auf junges Publikum abzielt – wahrscheinlich eher online. Wenn Sie die Eltern ansprechen wollen, dürfte die Printversion noch die geeignetere Variante sein. Die Werbung selbst sollten Sie professionell gestalten lassen. Informieren Sie sich darüber, wer in Ihrer Stadt für Außenwerbung der erste Ansprechpartner ist. Häufig gibt es eine Agentur, die sich darum kümmert.

Aufwand? Arbeiten Sie mit einem Gestalter zusammen – und ziehen Sie auch ihn zurate, welche Werbeformen er vorschlagen würde. Konzept und Umsetzung benötigen Zeit.

Kosten? Gestaltung und Anzeigenschaltung kostet Geld. Über die Preise der Anzeigen, Plakate und so weiter können Sie sich bei den Medien und Agenturen erkundigen.

Vorteile? Werbung sorgt für mehr Aufmerksamkeit und kann Ihrem Geschäft zugutekommen.

Nachteile? Wie gut erreichen Sie damit Ihre primäre Zielgruppe? Das ist nicht immer sicher.

Unser Statement: Für einen Ausbildungsplatz zu Werbemaßnahmen zu greifen oder Jugendliche direkt anzusprechen ist nicht der gängige Weg. Eher geeignet für das Unternehmensimage und somit indirekt für das Azubimarketing wirkend.

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Bruno Pusch
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