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3.1 Praxisbeispiel: Wertschätzung der Generation 50 Plus

Die Firma "Baufritz GmbH & Co. KG, seit 1896" beschäftigt derzeit rund 250 Voll- und Teilzeitmitarbeiter/innen. Das Unternehmen fertigt Häuser in Holzrahmenbauweise mit Großelementen. Die Produktion befindet sich in Erkheim/Allgäu. Dort werden Hauselemente gefertigt (inkl. Fenster, etc.) und später auf der Baustelle montiert.

Die hohe Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern 50 Plus erstreckt sich bei BAUFRITZ über folgende Bereiche:

  • Flexible Arbeitszeitmodelle
  • Arbeitsplatzergonomie
  • Gesundheitsprogramm
  • Wissensmanagement


Mit Maßnahmen und Angeboten in diesen Bereichen verfolgt das Unternehmen zwei Ziele: Erstens, das Mitarbeiterwissen im Unternehmen zu halten beziehungsweise weiterzugeben, und zweitens, die Verbesserung des Betriebsklimas und (darin eingeschlossen) die Steigerung der Mitarbeitermotivation.

Arbeitszeitmodelle

Die Arbeitszeitmodelle gehen auf die unterschiedlichen Belange der Mitarbeiter flexibel ein. So wird zum Beispiel durch "job sharing" ein Arbeitsplatz von zwei Personen genutzt. Dadurch wird beispielsweise einem älteren Mitarbeiter die Möglichkeit gegeben seine Stundenzahl zu halbieren

Die Firma "Baufritz GmbH & Co. KG, seit 1896" bietet zudem Jahreszeitkonten, Altersteilzeit und Telearbeitsplätze an. Durch die unterschiedlichen Arbeitszeitmodelle kann individuell auf die Belange der Arbeitnehmer und den Anforderungen aus betrieblicher Sicht reagiert werden.

Zum Beispiel kann durch die Telearbeitsplätze im Office-Bereich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert werden. Die Jahreszeitkonten dienen dem Ausgleich saisonaler Auftragsschwankungen und der Anpassung des Arbeitsbedarfs an Schlechtwetterperioden.

Arbeitsplatzgestaltung

Bei der Gestaltung des Arbeitsplatzes wird versucht den Mitarbeiter gezielt zu entlasten, zum Beispiel mit Steh- und Hebeentlastungen, individuell angepassten Hörschutz und ergonomischen Arbeitsplätzen. Auch ein Wechsel von der Montagearbeit in die Produktion ist auf Wunsch des Mitarbeiters möglich. Dadurch können ältere Mitarbeiter den Belastungen auf der Baustelle ausweichen und Ihr Potential in der Produktion einbringen.

Gesundheit der Mitarbeiter

Die Gesundheit des Mitarbeiters wird als hohes Gut geachtet, geschützt und gefördert, denn die Firmenphilosophie "Gesund zu Mensch und Umwelt" gilt nicht nur für das Produkt. Es ist für die Firma "Baufritz GmbH & Co. KG, seit 1896" wichtig, die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter lange zu erhalten.

Es werden eine Vielzahl an Sportmöglichkeiten (Lauftreffs, Nordic Walking Kurse, Skifahrten, etc.), gesundheitsfördernde Schulungen (Rückenschulungen, Sicherheitstrainings, etc.) und sonstige gesundheitsfördernde Maßnahmen (Osmose-Trinkwasser, viel Licht an den Arbeitsplätzen, strahlungsarme Monitore, spezielle Stühle, etc.) angeboten.

Es hat sich gezeigt, dass die Investitionen in ergonomische Arbeitsplätze und die Gesundheit der Mitarbeiter dazu beitragen, die älteren Mitarbeiter länger produktiv einsetzen zu können.

Wissensmanagement

Ein wichtiger Punkt für den Unternehmenserfolg ist das Fach- und Erfahrungswissen der älteren Mitarbeiter. Deren Wissen ist in der Regel nur schwer formalisierbar. Die Weitergabe der Wissensbestände an nachfolgende Generationen, hat sich als wichtiger Wettbewerbsfaktor bekräftigt. Die Firma "Baufritz GmbH & Co. KG, seit 1896" legt daher großen Wert darauf, dass das Erfahrungswissen im Unternehmen gehalten und weitergegeben wird.

Als ein erprobtes Mittel hat sich der Einsatz von altersgemischten Teams herausgestellt. Hier werden die Mitarbeiter je nach Ihren Stärken und Erfahrungen in altersgemischten Teams eingesetzt. Somit werden die Kompetenzen weiterhin genutzt und die Erfahrung an die jüngeren Mitarbeiter weitergegeben (Die richtige Mischung aus Alt und Jung). Nur so kann gewährleistet werden, dass die neuen bzw. jungen Mitarbeiter die für den Unternehmenserfolg wichtigen Kompetenzen erwerben.

Die Älteren werden wiederum bei schweren Arbeiten von den jüngeren entlastet. So entsteht in den Teams ein ausgewogenes Verhältnis von geben und nehmen.

Bestes Beispiel ist der Generationswechsel der Geschäftsführung im Juni 2004. Die Juniorchefin arbeitete seit jeher im Familienbetrieb mit. Sie wurde zuerst ein paar Jahre mit dieser Position vertraut gemacht. Das Wissen, wie auch die Erfahrung wurden ihr bestmöglich mitgegeben.

Der ehemalige Geschäftsinhaber wurde durch seine Nachfolgerin immer weiter entlastet. Im Gegenzug vermittelte er ihr alle wichtigen Kniffe. Die damalige Juniorchefin übernahm im Laufe der Zeit immer mehr Aufgaben und ist so langsam in die neue Position hineingewachsen.

Quelle: www.perso-net.de

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