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2. Netzwerkpartner identifizieren

Bevor ein Betrieb die Suche nach potenziellen Netzwerkpartnern beginnt, sollte geklärt werden, ob es nicht bereits bestehende Netzwerke oder Verbünde gibt, in die man sich einklinken kann. Ist das nicht der Fall sind vorhandene Kontakte zu anderen Unternehmen eine gute Basis für ein Unternehmensnetzwerk.

Geschäftsbeziehungen oder informelle Kontakte

Unabhängig von den Zielen sind Kooperationen immer mit Risiken verbunden. Daher sollten solche Beziehungen die erste Wahl sein, in denen bereits ein gewisses Vertrauen aufgebaut wurde. Als Kooperationspartner kommen neben formellen Geschäftsbeziehungen auch informelle Kontakte in Frage.

Selbst wenn auf Grundlage der bestehenden Kontakte noch kein vollständig arbeitsfähiges Netzwerk zustande kommen sollte, ist damit eine gute Basis geschaffen. Zudem können mehrere interessierte Akteure eine bessere Werbung für ihr Vorhaben machen als ein Unternehmen alleine.

Wenn ein gänzlich neues Netzwerk entwickelt wird, gilt es drei grundlegende Entscheidungen zu treffen:

1. Regionales vs. überregionales Netzwerk

Unternehmen entscheiden sich häufig für regionale Netzwerke, denn hier sind die regionalen Bedingungen der Betriebe gleich und sie haben somit eine ähnliche Ausgangslage. Viele Verbundvorhaben lassen sich nur so verwirklichen.

Dazu zählen folgende Ziele: den Standort vermarkten, eine gemeinsame Kinderbetreuung schaffen, einen Ausbildungsverbund gründen oder gemeinsame Karrieremessen veranstalten. Zudem kann sich in regionalen Netzwerken aufgrund der häufigeren persönlichen Kontakte schneller ein Vertrauensverhältnis aufbauen.

Überregionale Kooperationen sind nur in Ausnahmefällen sinnvoll: beispielsweise zum gegenseitigen Ausleihen von hochspezialisierten Mitarbeitern, zum regelmäßigen Erfahrungsaustausch oder zum Aufbau eines gemeinsamen Bewerberpools.

2. Horizontales vs. vertikales Netzwerk

Es sollte geklärt werden, ob das Netzwerk von einem oder wenigen Unternehmen gemanagt wird oder ob alle Partner gleichberechtigt zusammenarbeiten. Für diese Entscheidung sind folgende Fragen ausschlaggebend: Gibt es zwischen den Unternehmen große Unterschiede im Hinblick auf zu tätigende Investitionen? Ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis gleich verteilt? Wird das Risiko, dass das Netzwerk versagt, von allen Unternehmen gleichmäßig oder nur von wenigen Firmen getragen?

3. Branchenspezifisches vs. branchenübergreifendes Netzwerk

Diese Entscheidung ist in der Regel die schwierigste. Unternehmen der gleichen Branche haben zwar ähnliche Interessen und Anliegen, doch auf den Arbeitsmärkten sind sie Konkurrenten. Unternehmen unterschiedlicher Branchen dagegen, stehen auf den Märkten in einem weniger ausgeprägten Konkurrenzverhältnis. Dafür sind aber auch die Ausgangssituation und damit die Interessen der Kooperationspartner unterschiedlich. In jedem Fall ist eine Einzelfallbetrachtung in Abhängigkeit von den anvisierten Arbeitsfeldern notwendig.

Öffentlichkeitsarbeit und Werbung

Eine gute Öffentlichkeitsarbeit und Werbung ist notwendig, wenn ein Netzwerk neu aufgebaut oder durch weitere Unternehmen ergänzt werden soll. Neben herkömmlichen Maßnahmen, wie Zeitungsannoncen oder öffentlichen Aushängen, ist die direkte Ansprache von Unternehmen besonders vielversprechend.

Dazu bieten sich beispielsweise öffentliche Informationsveranstaltungen oder Workshops an. Auch die Kooperation mit der örtlichen Arbeitsagentur oder regionalen Wirtschaftsfördereinrichtungen kann sinnvoll sein.

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