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3. Wie lassen sich Ältere erfolgreich gewinnen?

Noch vor wenigen Jahren hätte sich kaum ein Personalverantwortlicher die Frage gestellt, wie er die Generation 50+ gezielt werben kann. Der Mangel an Fachkräften und die besonderen Stärken dieser Zielgruppe haben aber schon viele zum Umdenken bewegt. Dabei ist die gezielte Ansprache Älterer keineswegs aufwändiger, allenfalls ungewohnt.

Wege der Personalbeschaffung

Klassische Stellenanzeigen sind für die gezielte Ansprache Älterer gut geeignet, vorausgesetzt sie sind an den Bedürfnissen dieser Zielgruppe ausgerichtet. Klassische Marketinginhalte erreichen die Generation 50+ meist nicht. Zu stark ist bei den meisten älteren Menschen die Überzeugung, sie würden ohnehin keinen Job mehr bekommen – und die damit verbundene Resignation.

Praxisbeispiel

Die D GmbH & Co. Kg (100 Beschäftigte) mit dem Schwerpunkt Fabrikplanung hat durch die gezielte Ansprache und Einstellung Älterer nicht nur den betrieblichen Bedarf an qualifizierten Fachkräften decken können, sondern sie genießt seitdem auch hohe Bekanntheit und einen guten Ruf in der Öffentlichkeit.

Während das Schalten einer klassischen Stellenanzeige keine einzige Bewerbung eines geeigneten Kandidaten brachte, erhielt das Unternehmen auf die gleiche Anzeige mit folgendem Zusatz 522 Bewerbungen: "Mit 45 zu alt – mit 55 überflüssig? – Wir suchen Ingenieure, Techniker und Meister bis 65!". Über die Hälfte davon waren geeignete Bewerber.

Weitere Möglichkeiten

Weitere geeignete Möglichkeiten, um mit älteren Fachkräften in Kontakt zu treten:

  • Bei der Arbeitsagentur nach entsprechend qualifizierten Erwerbslosen fragen.
  • Umliegende (Groß-)Unternehmen beobachten: Aufgrund der immer noch verbreiteten Praxis, sich frühzeitig von Älteren zu trennen, können hier unter Umständen potenzielle Mitarbeiter gefunden werden.
  • Transfer- und Beschäftigungs- oder Auffanggesellschaften großer Unternehmen ins Visier nehmen.
  • Mit Zeitarbeitsfirmen oder privaten Mittlern zusammenarbeiten.
      

Inhalte im Personalmarketing

Das Beispiel der D GmbH & Co. Kg zeigt deutlich, welch großen Erfolg man bei der Ansprache älterer Erwerbspersonen haben kann, wenn die Inhalte stimmen.

Somit ist zunächst danach zu fragen, was sich ein älterer Mensch von seinem Arbeitsplatz wünscht. Zuerst einmal sind die über 50-Jährigen - entgegen gängiger Vorurteile – fast genauso erfolgs- und leistungsorientiert, wie Jüngere.

Folgerichtig können Ältere auch mit dem Angebot von Entwicklungsperspektiven angesprochen werden. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass ältere Mitarbeiter in besonderem Maße Wert auf einen verantwortungsvollen Arbeitsplatz mit einem hohen Grad an Autonomie legen.

Der entscheidende Punkt jedoch ist die ernstgemeinte und auch entsprechend kommunizierte Bereitschaft, ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch wirklich einzustellen. In einer Stellenanzeige etwa sollte die Wertschätzung der Stärken älterer Fachkräfte entsprechend zum Ausdruck kommen.

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