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5. Recruiting-Messen im Ausland

Für kleine und mittelständische Unternehmen ist die internationale Personalsuche mittels Recruiting-Messen im Ausland vielversprechend. Je begrenzter der Bekanntheitsgrad eines Unternehmens ist, umso wichtiger ist es, sich potenziellen Bewerbern möglichst anschaulich darzustellen.

Nutzen und Stärken

Potenzielle Mitarbeiter können auf Recruiting-Messen die Unternehmen, deren Vertreter und Produkte persönlich kennen lernen. In einer zwanglosen Atmosphäre können sie mit vielen Unternehmen in Kontakt treten. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen können sich hier besser darstellen als im Internet, in denen ein Unternehmen schnell untergehen kann.

Praxisbeispiel

Die Firma Bürkert Fluid Control Systems mit Sitz in Ingelfingen (in Deutschland etwa 1.200 Beschäftigte) entwickelt, produziert und vertreibt Ventile, Sensoren, Regler und komplette Regelsysteme. Um qualifizierte Ingenieure für die eigene Forschung und Entwicklung zu gewinnen, besucht das Unternehmen Recruiting-Messen im Ausland.

Für die Auswahl der Messen spielen zwei Aspekte eine Rolle: Zum einen konzentriert sich das Unternehmen auf besonders renommierte Veranstaltungen weltweit, um Beschäftige unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem aktuellen Lebensmittelpunkt zu gewinnen, damit diese neue Perspektiven und Sichtweisen ins Unternehmen einbringen können. So konnte über die European Career Fair am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston, einer der weltweit führenden Universitäten im Bereich technologischer Forschung und Lehre, bereits ein erster Ingenieur eingestellt werden.

Da der neue Mitarbeiter einen Europäischen Hintergrund hat, gab es keine Schwierigkeiten mit der Aufenthalts- und Beschäftigungserlaubnis. Weitere interessierte Fachkräfte aus anderen Ländern nehmen derzeit an Vorstellungsgesprächen teil. Zum anderen werden bewusst Messen ausgewählt, die in der Nähe von Auslandsniederlassungen stattfinden. So kann auf die Expertise und Unterstützung der Unternehmensvertreter in den jeweiligen L ändern zurückgegriffen werden.

Häufig werden die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zunächst in der Auslandsniederlassung beschäftigt und später in Deutschland eingesetzt. Derzeit sind zwei Messebesuche in Straßburg und Zürich geplant, wo Bürkert Niederlassungen hat. Aufgrund des positiven Verlaufs hat Bürkert internationale Recruiting-Messen mittlerweile in das Standard-Programm seines Personalmarketings aufgenommen.

Quelle: Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg (2008): Fachkräfte für den Baden-Württembergischen Mittelstand, S.91

Praxistipps

Was für Jobmessen in Deutschland gilt, gilt für Recruiting-Messen im Ausland umso mehr. Der Erfolg dieser Maßnahmen steht und fällt mit einer guten Vorbereitung. Das beginnt bereits mit der Auswahl der Messe. Wo passe ich hinein? Welche Messen sind gut besucht? Wo kann ich mit den besten Bewerbern rechnen? Vielfach hilft es, hier auf die Expertise einer Auslandsniederlassung oder einer tragfähigen Geschäftsbeziehung in das Such-Land zurückzugreifen.

Aber auch der Messeauftritt selbst will gut vorbereitet sein. Schließlich ist die Investition deutlich höher, als für einen Messeauftritt in Deutschland. Was soll vorgestellt und wie soll es präsentiert werden? Welche Mitarbeiter fahren mit? Welche Give-aways können einen bleibenden Eindruck hinterlassen?

Im Nachgang empfiehlt sich in jedem Fall eine gemeinsame Auswertung des Auftritts. Wie viele Kontakte konnten geknüpft werden? Gab es schon konkrete Interessenbekundungen seitens potenzieller Mitarbeiter? Wie war der generelle Eindruck der Unternehmensvertreter? Was hätte besser laufen können?

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