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5. Traineeprogramme für Neueinsteiger

Traineeprogramme sind strukturierte Einarbeitungs- und Förderprogramme für neue Mitarbeiter und Berufseinsteiger zur Vermittlung praktischer Fähigkeiten und persönlicher Berufserfahrung. Sie richten sich in der Regel an Hochschulabsolventen und Kandidaten für Führungs- oder Spezialistenpositionen. Die Laufzeit beträgt bis zu 24 Monate.

Besonderheiten von Traineeprogrammen

Traineeprogramme geben den eher theoretisch versierten Hochschulabsolventen Gelegenheit, die Funktionsweise betrieblicher Strukturen, die Zusammenarbeit im Team und in der Hierarchie sowie die lösungsorientierte Bearbeitung von komplexen Aufgabenstellungen in Projekten praktisch zu erfahren.

Traineeprogramme sind den systematischen Förderprogrammen sehr ähnlich, da die Teilnehmer ebenfalls ein feststehendes Programm durchlaufen. Vom Aufbau unterscheiden sich Traineeprogramme darin, dass die Teilnehmer unterschiedliche Bereiche, Standorte oder Abteilungen des Unternehmens kennenlernen. Außerdem werden Trainees intensiv an die Werte und die Kultur des Unternehmens herangeführt.

Trainee-Programme können aber ebenso die bestehenden Werte im Unternehmen positiv beeinflussen. So kann durch Personalauswahl und Programmaufbau neues Denken und veränderte Herangehensweisen gefördert werden, die für das Unternehmen strategisch von Bedeutung sind (zum Beispiel der Aufbau einer neuen Führungskultur oder eine stärkere Serviceorientierung).

Gängige Traineeprogramme

Die klassische Trainee-Ausbildung enthält drei wesentliche Bestandteile: die praktische Ausbildung (Training-on-the-job), die Weiterbildung (Training-off-the-job) und das Wechseln der Ausbildungsstationen (Job-Rotation). In der Praxis finden vor allem zwei Formen von Traineeprogrammen Anwendung:

  • Allgemeine Traineeprogramme
    Der Trainee ist über die gesamte Laufzeit des Programms in verschiedenen Abteilungen und Projekten tätig und kümmert sich während dieser Zeit selber um seinen Übernahmebereich.

  • Fachtraineeprogramme
    Bereits bei der Einstellung steht der spätere Übernahmebereich fest. Der Trainee nutzt dabei die gesamte Laufzeit des Programms, um sich für seinen Übernahmebereich vorzubereiten.

Nutzen und Stärken

Traineeprogramme verbinden die Einarbeitung, die betriebliche Sozialisation und die fachliche Entwicklung der Teilnehmer.

  • Die Trainees erhalten einen Gesamtüberblick über das Unternehmen und lernen die Verzahnungen und Schnittstellen kennen. Auf dieser Grundlage können sie besser verstehen, was in den einzelnen Unternehmensbereichen gemacht wird und wie sich die Wertschöpfungskette zusammensetzt. Das führt zu bedarfsgerecht ausgebildeten Nachwuchskräfte und einer schnellen Integration.

  • Die Teilnehmer können bereits während des Programms Kontakte in alle Unternehmensbereiche knüpfen, was die spätere Zusammenarbeit erleichtert.

  • Ein Unternehmen kann prüfen, in welchem Bereich der Absolvent nach Abschluss des Programms am besten einsetzbar ist.

  • Traineeprogramme sind haben einen positiven Einfluss auf die Werbung von Hochschulabsolventen. Viele Nachwuchskräfte bevorzugen diesen Weg des Berufseinstiegs. Sie könne auf diese Weise das Unternehmen über einen längeren Zeitraum mit geringem Leistungsdruck kennenlernen, ihre Berufsvorstellungen schärfen und verbinden mit einem derartigen Programm meist gute Karriereaussichten. Damit steigern Traineeprogramme die Arbeitgeberattraktivität und ermöglichen es, sich von anderen Arbeitgebern abzugrenzen.

Praxistipps

Da Traineeprogramme eine Variante der Förderprogramme darstellen, gelten die dort genannten Praxistipps auch hier. Sollen Traineeprogramme auf eine konkrete Stelle vorbereiten oder eher Generalisten entwickeln?

Die Anzahl der Teilnehmer, die konkreten Anforderungen an sie und die spätere Position müssen im Vorfeld festgehalten werden. Dies ist unabdingbar, weil ein Trainee einen fünf-bis sechsstelligen Betrag jährlich kosten kann.

Für die konkrete Ausgestaltung der Programme sind die folgenden Fragen besonders wichtig:

  • In welchen Unternehmensbereichen können die Teilnehmer welche Kompetenzen aufbauen?

  • Welche begleitenden Trainingsmaßnahmen sind sinnvoll?

Wie oft sollen die Trainees gemeinsame Veranstaltungen und Austauschprogramme besuchen? Die Trainees können untereinander die Lernerfahrungen austauschen. Die Vernetzung der Teilnehmer untereinander wirkt sich auch auf die späteren Funktionen aus. Ehemalige Trainees können die verlässlichen Kontakte für ihre späteren Aufgaben nutzen.

Die Auswahl der Trainees kann im Gegensatz zu den systematischen Förderprogrammen nicht auf Grundlage der Einschätzungen von Kollegen und Führungskräften erfolgen. Daneben ist es wichtig, die Rahmenbedingungen bereits in den ersten Gesprächen mit dem Kandidaten zu klären.

Traineeprogramme sind direkt bei der Rekrutierung von Hochschulabsolventen von Bedeutung. Viele Nachwuchskräfte bevorzugen diese Weg des Berufseinstiegs. Sie könne auf diese Weise das Unternehmen über einen längeren Zeitraum mit geringem Leistungsdruck kennenlernen, ihre berufliche Karriere schärfen und verbinden mit einem derartigen Programm meist gute Karriereaussichten. Damit steigern Traineeprogramme die Arbeitgeberattraktivität und ermöglichen es, sich von anderen Arbeitgebern abzugrenzen.

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