Erstellt von:

5.1 Beispielhafte Kennzahlen

Arbeitsproduktivität

Die Arbeitsproduktivität spiegelt das Verhältnis einer Ertragsgröße (Umsatz, Absatz o.ä.) zum Arbeitseinsatz (Beschäftigtenzahl, Arbeitszeit, Personalkosten) wieder. Sie ist die in der betrieblichen Praxis am häufigsten genutzte Kennzahl. Insbesondere für den Produktionsbereich ist sie besonders geeignet. Diese Kennzahl lässt sich vielseitig und damit passgenau konstruieren. Konkret kann sie beispielsweise folgendermaßen gebildet werden:

  • Anzahl der bearbeiteten Kundenaufträge pro Tag
  • Produktionsmenge in Stückzahl je Zeiteinheit (Arbeitsstunde, Tag)
  • Umsatz je Mitarbeiter und Monat
  • Wertschöpfung je Arbeitsstunde
     

Die Berechnung erfolgt dann anhand der oben dargestellten Formel: Brutto-Personalbedarf= Künftiger Ertrag: Geschätzte Arbeitsproduktivität.

Die folgende Abbildung zeigt ein Beispiel einer Produktivitätskennzahl. Hier setzt sie die Produktionsmenge in Stückzahl mit der Zeiteinheit ins Verhältnis:

Bild: Tabelle Kennzahlenmethode

Vgl. Horsch, Jürgen (2000): Personalplanung : Grundlagen, Gestaltungsempfehlungen, Praxisbeispiele, Herne, S.26

Zur Verdeutlichung hier noch mal die konkreten Berechnungsschritte für dieses Beispiel:

Bild: Tabelle Kennzahlenmethode

Umsatz je Mitarbeiter

Diese Kennzahl ist besonders für den Vertrieb und den Einzel- und Großhandel geeignet.

Beispiel: Der Jahresumsatz in einem Handelsbetrieb beträgt 10 Millionen Euro. Jeder Verkäufer setzte in der Vergangenheit pro Jahr etwa eine halbe Million um. Unter gleichbleibenden Bedingungen wird deshalb im kommenden Jahr ein Gesamtbedarf von 20 Mitarbeitern nötig. Da diese Methode den Reservebedarf nicht mitberücksichtigt, wird zudem ein entsprechender Aufschlag nötig. Bei einer erfahrungsgemäßen Ausfallquote von 5% durch Krankheit, Freistellungen etc. ist in diesem Beispiel also ein zusätzlicher Arbeitnehmer mit einzu¬planen. Damit wird ein Gesamtbedarf für den Planungszeitpunkt von 21 Arbeitnehmern prognostiziert.

Anzahl der Kunden

Eine weitere Möglichkeit, den Gesamtpersonalbedarf zu bestimmen, besteht darin, vom zahlenmäßigen Verhältnis zwischen einem Stelleninhaber und einer bestimmten Anzahl an Kunden auszugehen. Besonders geeignet ist dieser Ansatz beispielsweise für die Bankwirtschaft oder den Vertriebsbereich.

Beispiel: Ein Kundenberater in einem Betrieb schaffe durchschnittlich 1000 Kundenkontakte pro Jahr. Der Betrieb wird insgesamt mit etwa 10.000 Kundenanfragen konfrontiert. Das heißt, etwa 10 Mitarbeiter können diese Anfragen angemessen bearbeiten. Werden nun Servicebereiche ausgelagert und gehen die Kundenanfragen deshalb um etwa 20% zurück, so verringert sich der Personalbedarf entsprechend auf acht Mitarbeiter.

Erwerbstätigen-Verhältniskennzahlen/ Führungsspannen

Die letzte Kennzahl im Rahmen dieser Ausführungen setzt bestimmte Arbeitnehmergruppen in ein Verhältnis zueinander.

Beispiel: Im Produktionsbereich wird die Gesamtanzahl an Mitarbeitern in Facharbeiter und Hilfsarbeiter aufgeteilt. Mit Hilfe von Erfahrungswerten wird dann eine Kennzahl gebildet, die das Verhältnis zwischen diesen Erwerbstätigengruppen angibt. Verändert sich die Zahl der Facharbeiter, kann aufgrund der Kennzahl die benötigte Anzahl an Hilfsarbeitern bestimmt werden. Weitere Beispiele für solche Verhältnis-Kennzahlen:

  • Sachbearbeiter/ Schreibkräfte
  • Projektingenieure/ Projektassistenten
  • Meister/ Facharbeiter
  • Hoch- und Fachhochschulabsolventen/ Angestellte


Einen Sonderfall dieser Verhältnis-Kennzahlen stellen sogenannte Kontroll- oder Führungsspannen dar. Hier wird der Bedarf an Führungskräften festgelegt, indem angegeben wird, wie viele Beschäftigte eine Führungskraft maximal beaufsichtigen beziehungsweise führen kann. Diese Führungsspannen können jedoch nur unter vergleichbaren Bedingungen verwendet werden, da der Führungsaufwand stark variiert. Dieser ist unter anderem abhängig von arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen, Organisationsstruktur und Entscheidungsfreiräume der Mitarbeiter, Schwierigkeitsgrad der Leistungserstellung sowie Kompetenz der Führungskraft.

Neu: RKW Magazin 1/2016

Druckfrisch: Das neue RKW Magazin zum Thema Azubimarketing ist erschienen.

Mut zur Vielfalt

Service

zum Fachkraefte-Blog