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3.1 Praxisbeispiel: I GmbH

Dass das Thema Karriereentwicklung für Frauen nicht zwingend mit hohen Ausgaben verbunden ist, zeigt das folgende Beispiel:

Über die Hälfte der Führungskräfte der I GmbH (400 Beschäftigte) sind weiblich – bei einem Frauenanteil innerhalb der Gesamtbelegschaft von 50 Prozent. Das Textil- und Bekleidungsunternehmen ist bemüht, die hoch engagierten und gut qualifizierten Frauen langfristig zu binden. Zugleich wird begrüßt, wenn Frauen sich bewusst für Kinder entscheiden.

Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Damit berufliches und familiäres Engagement in Einklang gebracht werden kann, bietet die I GmbH ein umfangreiches Bündel an Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Bereits vor der Elternzeit erhalten die werdenden Eltern eine Informationsmappe mit allgemeinen und über den betrieblichen Rahmen hinausgehenden Hinweisen zum Thema Schwangerschaft.

Während der Elternzeit ist das Unternehmen sehr daran interessiert, den Kontakt zu den pausierenden Beschäftigten zu halten. Aus diesem Grund wird eine Kollegin oder ein Kollege aus dem betrieblichen Umfeld der pausierenden Arbeitskraft zu deren Patin beziehungsweise dessen Paten erklärt.

Die Patenschaft soll dafür sorgen, dass die pausierende Arbeitskraft während ihrer Abwesenheit stets über aktuelle betriebliche Begebenheiten informiert ist. Zudem werden pausierende Eltern regelmäßig zu Betriebsfeiern eingeladen.

Wiedereinstieg in den Beruf

Die Wiedereinsteigerinnen und -einsteiger können meist in ihre bisherigen Bereiche und sogar in ihre bisherigen Positionen zurückkehren. Neben der Möglichkeit auf Teilzeitbasis zu arbeiten, gibt es weitere Modelle flexibler Arbeitszeiten wie etwa Vollbeschäftigung mit Gleitzeitregelungen und Vertrauensarbeitszeit oder variablen Arbeitszeiten.

Die flexiblen Arbeitszeitmodelle werden jeweils nach dem individuellen Bedarf und mit der jeweiligen Abteilung abgestimmt. Aufgrund einer entsprechenden Betriebsvereinbarung können fast alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die flexiblen Arbeitszeiten nutzen.

Sonderregelungen

Für Beschäftigte, die mit den Kernarbeitszeiten (Arbeitsbeginn zwischen 7 und 9 Uhr und Arbeitsende zwischen 15 und 18.30 Uhr) Schwierigkeiten haben, werden Sonderregelungen gesucht. Zusätzlich bietet das Unternehmen eine Ganztagsbetreuungseinrichtung für Kinder ab zwei Jahren an. Das Unternehmen übernimmt den Großteil der Kosten.

Auch für die Führungskräfte gelten bei der I GmbH die Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. So arbeitete beispielweise eine Führungskraft, die seit sieben Jahren im Unternehmen ist, nach dem Mutterschutz in einem flexibel gestaltbaren Modell abwechselnd in Voll- und Teilzeit.

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