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6. Berufliche Entwicklungsmöglichkeiten

Älteren Mitarbeitern wird häufig zugeschrieben, dass sie an einer beruflichen Weiterentwicklung kein Interesse mehr hätten. Die in der Tat verbreitete Skepsis Älterer bezüglich Aufstiegsperspektiven spiegelt allerdings weitgehend den Umstand wider, dass diese Gruppe nur selten in den Blickpunkt betrieblicher Personalentwicklung gerät.

Die verstärkte Angewiesenheit der Unternehmen auf ältere Mitarbeiter sollte zu einer Revision dieser Haltung führen.

Mitarbeitergespräche über Entwicklungsperspektiven

Deutlich werden muss dabei, dass Alter aus betrieblicher Sicht nicht gleichbedeutend mit Stillstand oder einer Sackgasse hinsichtlich beruflicher Entwicklungsmöglichkeiten ist. Dies ist eine Frage betrieblicher Signalpolitik an ältere Mitarbeiter.

Sie erfordert vom Betrieb verbindliche Vorstellungen über berufliche Entwicklungsmöglichkeiten Älterer (konkrete Angebote). Wichtig ist aber auch, dass die Perspektiven des einzelnen Beschäftigten zur Geltung kommen können.

Aufstiegsmöglichkeiten

Ihr Unternehmen sollte Karrierewege für ältere Mitarbeiter in den verschiedenen Berufsgruppen erschließen. Dies erfordert die Entwicklung von Konzepten, die an den Potenzialen dieser Beschäftigtengruppe anknüpfen.

Die unter Arbeitsgestaltung und Wissenstransfer genannten Maßnahmen der Aufwertung des Aufgabenzuschnitts können eine Orientierungsgrundlage für Gespräche und Maßnahmen in Ihrem Unternehmen bilden (Arbeitsanreicherung, Beratungs- und Wissenstransferfunktionen). Dies sollte mit dem Angebot von passgenauen Weiterbildungsangeboten für die Übernahme neuer Positionen und Funktionen verbunden werden.

Fachkarrieren

Berufliche Entwicklung ist nicht zwangsläufig mit einem Aufstieg in der Hierarchie verbunden, sondern kann auch in der fachlich-beruflichen Aufwertung der Tätigkeit bestehen. So kann das in der Berufsbiographie angesammelte und angeeignete Wissen betrieblicherseits sowohl materiell als auch symbolisch honoriert werden.

Beispielhaft zu nennen sind die Schaffung einer Position des Senior-Ingenieurs oder auch Teilnahmemöglichkeiten an Weiterbildungsmaßnahmen, die den Charakter von Gratifikationen tragen.

In kundennahen Bereichen sowie auch bei der Produktentwicklung können sich Tätigkeiten anbieten, die die Erfahrungen älterer Mitarbeiter gezielt für Marketing und Vertrieb bei älteren Käufergruppen nutzen.

Aufwand für die Gestaltung von Karrieremöglichkeiten

Für das bewährte Instrument der Mitarbeitergespräche sind zur Vorbereitung und Durchführung zwei Stunden pro Mitarbeiter zu veranschlagen. Die Gestaltung von Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten muss im Rahmen der Konzeption von gesamtbetrieblichen Personalstrategien erfolgen, so dass sich der Aufwand für Maßnahmen zur Zielgruppe, ältere Mitarbeiter, nicht gesondert erfassen lässt.

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