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2. Teilzeit

Für eine Verkürzung der Arbeitszeit kommen in erster Linie Teilzeitmodelle in Frage. Flexibel eingesetzt sind sie ein wirkungsvolles Bindungsinstrument.

Einen Sonderfall von Teilzeitarbeit ist das Modell der Arbeitsplatzteilung. Hier teilen zwei oder mehr Arbeitnehmer mindestens einen Arbeitsplatz unter sich auf. Die Partner einer Gruppe besetzen den Arbeitsplatz in gegenseitiger Abstimmung im Rahmen eines vorher aufgestellten Arbeitszeitplanes und können somit ihre Arbeitszeit individuell festlegen.

Nutzen und Stärken

Teilzeitmodelle ermöglichen den Mitarbeitern höhere Freiheitsgrade für die private Lebensführung. Für Mitarbeiter in besonderen Lebenssituationen stellen Teilzeitmodelle mitunter die einzige Möglichkeit dar, um weiterhin erwerbstätig zu sein. Die Betreuung kleiner Kinder oder Angehöriger sowie umfangreiche Fort- und Weiterbildungen sind nur einige Beispiele unter vielen.

Arbeitsplatzteilung

Im Fall der Arbeitsplatzteilung kommt der wichtige Vorteil hinzu, dass der Wunsch auf eine Teilzeitbeschäftigung auch dort erfüllt werden kann, wo eine starke Anwesenheitspflicht besteht. Möchte etwa eine weibliche Führungskraft ihre Arbeitszeit aufgrund familiärer Verpflichtungen vorübergehend reduzieren, besteht in diesem Modell die Möglichkeit dazu.

Darüber hinaus bietet das Job Sharing folgende Vorteile:

  • Der Verwaltungsaufwand ist nicht höher, als bei zwei oder mehr Teilzeit-Kräften mit festgelegten Arbeitszeiten.
  • Die Produktivität der zwei Mitarbeiter mit reduzierter Arbeitszeit ist häufig höher als die eines Vollzeitmitarbeiters.
  • Es kann ein höheres Maß an Motivation und Arbeitgeberattraktivität entstehen. Vorausgesetzt die Mitarbeiter können weitgehend selbst entscheiden, wer wann was zu erledigen hat.
  • Es entsteht ein guter Wissensfluss zwischen den Beteiligten.
  • Vertretungsmöglichkeiten verbessern sich.
  • Im Falle eines hohen Arbeitsaufkommens steht einem Betrieb mehr Arbeitskapazität zur Verfügung.
     

Praxisbeispiel: Teilzeitregelungen

Praxistipps

Um Mitarbeiter mit Teilzeitmodellen langfristig zu binden, müssen diese möglichst flexibel sein. Abhängig von den betrieblichen und individuellen Interessen sollte eine weitgehende Flexibilisierung der Dauer auf der einen und der Lage auf der anderen Seite möglich sein.

Für die Dauer kommt sowohl eine vollzeitferne (bis 25 Wochenstunden) als auch eine vollzeitnahe Gestaltung (ab 25 Wochenstunden) in Frage. Im Idealfall variiert die Dauer zwischen 10 Prozent und 90 Prozent des Stundenvolumens eines vollzeitbeschäftigten Mitarbeiters.

Für die Lage der Arbeitszeit ist ideal, wenn Teilzeit nicht zwingend mit einer Anwesenheitspflicht an bestimmten Tagen einhergeht. So ist eine Verkürzung der täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Arbeitszeit ebenso sinnvoll wie das Angebot von Blockteilzeit.

Wenn Mitarbeiter auf höheren hierarchischen Ebenen ebenfalls Teilzeitmodelle wahrnehmen, erfüllen diese nicht nur eine wichtige Vorbildfunktion. Darüber hinaus wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglicht/verbessert. Ein Vorteil, der vor allem Frauen zugute kommt und ihre Karrierechancen verbessert.

Beim Job Sharing sollte die Führungskraft darauf achten, dass Mitarbeiter nicht unter dem Zeitverhalten der Kollegen leiden. Die Beschäftigten müssen gut miteinander auskommen und über ausreichendes Organisationsvermögen verfügen.

Rechtliche Hintergründe zur Teilzeitarbeit

Bei der Teilzeitarbeit ist die regelmäßige Wochenarbeitszeit kürzer als die regelmäßige Wochenarbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten (Teilzeit- und Befristungsgesetz). Das Gesetz enthält eine allgemeine Förderungspflicht der Teilzeitarbeit durch den Arbeitgeber. Der Arbeitnehmer hat einen rechtlich durchsetzbaren Anspruch auf Teilzeitarbeit, vorausgesetzt das Arbeitsverhältnis dauert länger als sechs Monate an.

Stehen dem Wunsch des Mitarbeiters nach Teilzeitarbeit betriebliche Gründe entgegen, hat der Arbeitgeber das Recht, sein Ansinnen abzulehnen. Beschäftigt der Arbeitgeber bereits Teilzeitkräfte oder stehen keine anderen Gründe dem Einsatz von Teilzeitkräften entgegen, ist die Ablehnung von Teilzeitbeschäftigung bei einem vollzeitbeschäftigten Mitarbeiter in der Regel unzulässig.

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