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3.1. Arbeitszeitkonten

Bei diesem Modell werden Abweichungen zwischen der vereinbarten und der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit saldiert. Damit können in einem festgelegten Umfang Zeitguthaben und Zeitschulden gebildet werden, die jedoch innerhalb eines festgelegten Zeitraums ausgeglichen werden müssen.

Vorteile

  • Variation der Arbeitszeit , kann je nach betrieblichem und persönlichem Bedarf des Mitarbeiters deutlich gesteigert werden

  • Betriebs- und Servicezeiten können ausgeweitet und es kann kosteneffizienter gearbeitet werden

  • Selbstverantwortung der Beschäftigten kann gesteigert werden

Nachteile

  • Höherer Verwaltungsaufwand als bei festen Arbeitszeiten

  • Ggf. höherer Abstimmungsbedarf zwischen den Beschäftigten

  • Es können sich mitunter hohe Zeitguthaben bei den Beschäftigten ansammeln

Gleitzeit

Die häufigste und älteste Variante des Arbeitszeitkontos. Im Rahmen der einfachen Gleitzeit hat der einzelne Arbeitnehmer die Möglichkeit, Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit innerhalb bestimmter Grenzen frei zu wählen, während die Dauer der täglichen Arbeitszeit nicht variabel ist.

Kann der Mitarbeiter hingegen nicht nur die Lage, sondern auch die Dauer der täglichen Arbeitszeit variieren, spricht man von qualifizierter Gleitzeit. Hier besteht Anwesenheitspflicht nur während einer festgelegten Kernarbeitszeit. Der Rest der Arbeitszeit kann im Rahmen der Rahmenarbeitszeit frei verteilt werden.

Vorteile

  • Variation der Arbeitszeit , kann je nach betrieblichem und persönlichem Bedarf des Mitarbeiters deutlich gesteigert werden

  • Betriebs- und Servicezeiten können ausgeweitet und es kann kosteneffizienter gearbeitet werden

  • Selbstverantwortung der Beschäftigten kann gesteigert werden

Nachteile

  • Höherer Verwaltungsaufwand als bei festen Arbeitszeiten

  • Ggf. höherer Abstimmungsbedarf zwischen den Beschäftigten

  • Es können sich mitunter hohe Zeitguthaben bei den Beschäftigten ansammeln

Jahresarbeitszeitkonto

Bei dieser Variante wird auf eine festgelegte Wochen- oder Monatsarbeitszeit verzichtet. Nur im Jahresdurchschnitt muss die vereinbarte Arbeitszeit erfüllt werden.

Vorteil

  • Besonders hohe Flexibilität gegenüber Schwankungen des Arbeitsanfalls und starke Berücksichtigung von Mitarbeiterinteressen

Nachteil

  • Damit der Jahresdurchschnitt faktisch mit der Soll-Arbeitszeit übereinstimmt ist ein hohes Maß an Selbstverantwortung und/oder Führungskompetenz notwendig

Ampelkonto

Das Ampelkonto zeichnet sich durch den Einsatz von Warnsystemen aus, die verhindern sollen, dass sich zu hohe Zeitguthaben oder Zeitschulden ansammeln. Mitarbeiter und Vorgesetzter überprüfen hierbei den Zeitsaldo regelmäßig, so dass gewisse Grenzen nicht über- oder unterschritten werden. Diese Grenzen müssen unternehmensspezifisch je nach Bedarf festgelegt werden.

Analog zu einer Ampel werden hier drei Phasen unterschieden:

  1. Grünphase: alleinige Verantwortung der Mitarbeiter über ihr Zeitverhalten.

  2. Gelbphase: Gemeinsame Verantwortung von Vorgesetztem und Mitarbeiter, dass die Grünphase möglichst bald wieder erreicht wird.

  3. Rotphase: Der Vorgesetzte greift alleine zu Maßnahmen, dass der gelbe und grüne Bereich wieder erreicht werden.

Vorteil

  • Entlastung und Sicherheit für die Mitarbeiter, dass keine zu hohen Zeitguthaben entstehen, die faktisch nicht mehr abgebaut werden können

Nachteile

  • Etwas höherer Führungsaufwand

  • Schaffen von Flexibilitätsgrenzen

Arbeitszeitkorridor

Hier kann der Arbeitgeber unter Bewahrung einer bestimmten Vorankündigungsfrist die Lage und Dauer der Arbeitszeit der Beschäftigten innerhalb eines bestimmten Rahmens eigenständig festlegen.

Ist beispielsweise eine regelmäßige Wochenarbeitszeit von 38 Stunden vereinbart, kann die tatsächliche Arbeitszeit mit einer Vorankündigungsfrist von einer Woche auf 15 Stunden abgesenkt oder auf 42 erhöht werden.

Vorteil

  • Hohe Flexibilität hinsichtlich Schwankungen des Arbeitsanfalls

Nachteile

  • Für die Mitarbeiter weniger attraktiv, als die anderen Modelle

  • Kein positiver Einfluss auf die Selbstkompetenz der Mitarbeiter

Langzeitkonto

Bei diesem Modell werden angesparte Zeitguthaben (über einer bestimmten Grenze) auf ein separates Konto überführt. Dieses kann dann genutzt werden, um eine längere Auszeit (Sabbatical, meist zwischen zwei und zwölf Monaten) zu nehmen oder die Arbeitszeit für einen gewissen Zeitraum zu reduzieren. Wie die hinzugewonnene Freizeit genutzt wird, bleibt dem Mitarbeiter überlassen.

Vorteile

  • Keine Notwendigkeit, einen kurzfristigen Ausgleichszeitraum einzuhalten. Damit werden besonders hohe Flexibilitätsspielräume für Betrieb und Mitarbeiter geschaffen

  • Besondere Attraktivität für die Mitarbeiter

  • Meist hohe Motivation und erstarkte Leistungsfähigkeit der Rückkehrer

Nachteil

  • Längere Auszeiten eines Mitarbeiters – insbesondere auf einer Schlüsselposition – können Schwierigkeiten bei seiner Vertretung bewirken

Lebensarbeitszeitkonto

Ähnlich wie bei einem Langzeitkonto werden überschüssige Zeitguthaben auf einem gesonderten Arbeitszeitkonto angespart. Dieses Zeitguthaben dient jedoch ausschließlich für ein früheres Ausscheiden aus dem Berufsleben. Häufig wird für das Ansparen die wöchentliche Arbeitszeit um wenige Stunden erweitert (z.B.: 40 statt 37 Stunden pro Woche).

Vorteile

  • Berücksichtigung des Interesses vieler Mitarbeiter, bei weiterem Bezug ihres Entgelts früher aus dem Arbeitsleben auszusteigen

  • Kann als Ersatz für die auslaufende Altersteilzeit genutzt werden

Zeit-Wert-Konto

Dieses Modell ähnelt stark den Langzeit- und Lebensarbeitszeitkonten. Der Unterschied besteht darin, dass angesammelte Zeitguthaben nicht auf ein gesondertes Zeitkonto überführt, sondern in Geld umgewandelt und angelegt werden. Nach einer gewissen Zeit kann der Mitarbeiter frei entscheiden, wie er das Geld einsetzen will. In Frage kommen hier befristete Freistellungsphasen oder Arbeitszeitverkürzungen, ein früherer Renteneintritt, aber auch geldwerte Gegenleistungen, wie Zusatzrenten.

Vorteile

  • Es besteht die Option zur Vergütung von Überstunden ohne Zuschläge

  • Durch die Wahlmöglichkeit ein für die Mitarbeiter besonders attraktives Modell

Nachteile

  • Etwas höherer Verwaltungsaufwand, wie bei den vergleichbaren Modellen.

  • Ein höherer Arbeitseinsatz innerhalb eines bestimmten Zeitraums führt auch unmittelbar zu höheren Ausgaben

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