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4. Praxistipps

Auch wenn die Gesundheit der Beschäftigten zunehmend als wichtige Ressource erkannt wird, sind Maßnahmen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements immer mit einem Dilemma verbunden. Sie bedeuten in erster Linie Aufwand, ohne dass ein sofort spürbarer Nutzen entsteht.

Je früher, desto besser

Allerdings sind im Bereich Gesundheit Reparaturen immer teurer als Prävention. Somit ist es auch nicht zielführend, nur bei älteren Mitarbeitern anzusetzen, die bereits gesundheitliche Probleme haben. Unter dem Strich sind die Erträge gesundheitsförderlicher Maßnahmen umso höher, je früher sie ansetzen.

Punktuelle Maßnahmen vs. systematischer Prozess

Gesundheitsförderung ist immer ein unternehmensspezifischer Prozess. Abhängig von Handlungsbedarf und Unternehmensgröße ist zu entscheiden, ob punktuelle Maßnahmen und ein Lernen mittels Versuch und Irrtum angebracht ist. Oder ob betriebliche Gesundheitsförderung als systematischer Prozess mit gründlicher Analyse der Ausgangssituation, extern betreuter Konzeption und Durchführung sowie einer systematischen Erfolgskontrolle erfolgt.

In jedem Fall sind Krankenkassen kompetente Ansprechpartner für den Bereich der Gesundheitsförderung. Mitunter gehören kostenlose Gesundheitsberichte oder Kurzinformationen über die gesundheitliche Situation zum Angebot. Es ist stets sinnvoll, den Kontakt mit den Kassen aufzunehmen, bei denen die größte Anzahl der Mitarbeiter versichert ist, bevor mit der Durchführung von Maßnahmen begonnen wird.

Kosten moderat halten

Um die Kosten moderat zu halten, sollte sich eine Gesundheitsförderung immer auf signifikante Probleme und wenige praxisnahe und umsetzbare Themen beschränken. Werden mehrere Projekte zur Gesundheitsförderung ins Auge gefasst, sollten sie ihrer Priorität entsprechend geordnet und mit voller Aufmerksamkeit nacheinander durchgeführt werden.

Mitarbeiter einbeziehen

Erfolgreiche betriebliche Gesundheitsförderung muss einvernehmlich zwischen Unternehmensleitung und Mitarbeitern erfolgen. Insbesondere wenn ein Beitrag zur Mitarbeiterbindung und Arbeitgeberattraktivität geleistet werden soll, ist es wichtig, die Beschäftigten bei der Auswahl der Maßnahmen zu beteiligen.


Hierfür bieten sich verschiedene Ansätze in besonderem Maße an, die auch gut miteinander verknüpft werden können.

  • Mitarbeiterbefragung
    Ist ein Mindestmaß an wertschätzender Unternehmenskultur vorhanden, ist die Befragung der Mitarbeiter nach physischen und psychischen Belastungen und ihrem Gesundheitszustand besonders vielversprechend. Nicht nur, dass die Mitarbeiter ihre Arbeitssituation am besten einschätzen können. Dieses Vorgehen hat auch einen symbolischen Wert: Das Unternehmen ist wirklich an seinen Mitarbeitern interessiert.
     
  • Gesundheitszirkel
    Leitidee dieses Ansatzes ist, dass die Beschäftigten als Experten bei der Planung und Umsetzung betrieblicher Gesundheitsförderung aktiv einbezogen werden. Eine Kleingruppe von Mitarbeitern trifft sich regelmäßig, um Vorschläge zur gesundheitsgerechten Arbeitsgestaltung zu erarbeiten.

    Gesundheitszirkel eignen sich auch sehr gut, um die Ergebnisse einer entsprechenden Mitarbeiterbefragung zu konkretisieren. In kleineren Betrieben stellen überbetriebliche Zusammenschlüsse und Kooperationen mit Krankenkassen und Berufsgenossenschaften eine besonders gute Basis für das Einrichten eines Gesundheitszirkels dar.
     
  • Arbeitskreis
    In größeren Betrieben bietet es sich an, eine Steuerungsgruppe oder einen Arbeitskreis zum Thema Gesundheit zu initiieren. Verfügt das Gremium über ausreichend Kompetenzen und Ressourcen kann es als zentrales Steuerungsgremium für alle Bereiche der Gesundheitsförderung dienen.

    Wichtig ist eine Beteiligung aller, die über Entscheidungs-, Mitbestimmungs- und Fachkompetenz in Fragen verfügen, die das Thema Gesundheit betreffen (beispielsweise Vertreter der Unternehmensleitung und der Personalabteilung, Betriebsratmitglieder oder der Betriebsarzt). Die Vorteile dieses Gremiums liegen darin, dass das Thema Gesundheit zentral und kompetent bearbeitet werden kann und den Mitarbeitern ein zentraler Ansprechpartner zur Verfügung steht.

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