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3. Altersgemischte Teams

Altersgemischte Teamarbeit wird allgemein als Arbeit in einem altersmäßig stark durchmischten Team verstanden. Altersgemischte Teams eignen sich überall dort, wo Tätigkeiten von mehreren Mitarbeitern gemeinsam durchgeführt werden. Denn wenn alt und jung gemeinsam arbeiten, stehen die Chancen gut, dass sie auch gemeinsam lernen. Und das gilt sowohl für den wechselseitigen Wissensaustausch, als auch für das gemeinsame Bewältigen neuer Herausforderungen.

Nutzen und Stärken

Der besondere Vorteil dieses Ansatzes ist, dass ein kontinuierlicher Wissensfluss zwischen Alt und Jung entsteht, ohne dass besondere Maßnahmen ergriffen werden müssen. In der gemeinsamen Arbeit findet der Wissenstransfer quasi von selbst statt. Deshalb sind weder eine vorherige Analyse der zu übertragenden Wissensfelder noch eine besondere Betreuung oder spezielle Qualifizierungsmaßnahmen nötig.

Darüber hinaus werden gegenseitige Ausgrenzungen zwischen Älteren und Jüngeren vermieden. So sammeln jüngere Mitarbeiter schneller Praxiserfahrung und ältere Mitarbeiter profitieren von dem aktuellen theoretischen Wissensstand.

Auf diese Weise erfahren ältere Beschäftigte ein hohes Maß an Wertschätzung, was sich wiederum positiv auf ihre Motivation und Lernbereitschaft auswirkt. Altersgemischte Teamarbeit kann folglich auch die Basis für eine positive Veränderung der Lernkultur schaffen.

Praxisbeispiel: Wertschätzung der Generation 50 Plus

Praxistipps

Es versteht sich von selbst, dass altersgemischte Teamarbeit auf eine möglichst hohe Durchmischung von älteren und jüngeren Mitarbeitern angewiesen ist. Wichtig dabei ist jedoch, dass möglichst keine der Gruppen - weder die Älteren noch die Jüngeren - in eine Minderheitenposition kommt.

Zwar hat sich eine altersgemischte Zusammensetzung auch in zeitlich befristeten Projektteams als positiv erwiesen. Insgesamt kann dieser Ansatz seine Stärken aber nur dann ausspielen, wenn er kontinuierlich und dauerhaft angewendet wird.

In Fällen, wo ein bald ausscheidender Mitarbeiter seine Erfahrung schnell an seinen Nachfolger weitergeben muss, eignen sich die übrigen Ansätze deutlich besser. Dabei sind lernförderliche Arbeitsbedingungen die Voraussetzung für einen effizienten Wissenstransfer.

Lernförderliche Arbeitsstrukturen

Betriebliche Entwicklungsmöglichkeiten

  • Mitarbeiter eignen sich während der Arbeit neue Kenntnisse und Fähigkeiten an.

  • Lernen und Weiterbildung werden im Betrieb groß geschrieben.

  • Lernen wird mit beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten belohnt.


Ganzheitlichkeit der Aufgabenstellung

  • Die Arbeit kann selbständig eingeteilt werden.

  • Die Arbeit wird als anregend und abwechslungsreich empfunden.

  • Arbeitsabläufe werden (teils) von Beschäftigten geplant, korrigiert, überprüft.

  • Die Aufgaben sind nicht bis ins Letzte vorgegeben.

  • Es besteht häufig die Möglichkeit, selbständig Entscheidungen zu treffen.


Kommunikations- und Kooperationsbedingungen

  • Die Arbeit erfordert die Zusammenarbeit mit anderen Beschäftigten.

  • Alle Beschäftigten wissen, wie die Arbeit in der Abteilung läuft.


Partizipationschancen bei der Arbeit

  • Absprachen können teilweise auch ohne Vorgesetzte getroffen werden.

  • Bei Veränderungsmaßnahmen wird verstärkt auf Ideen der Beschäftigten zurückgegriffen.

  • Die Beschäftigten werden in Entscheidungen mit einbezogen.

In Anlehnung an: Baethge, M./Baethge-Kinsky, V. in: Reutter, G. (2005): Vom Nutzen und der Nutzlosigkeit beruflicher Bildung für Geringqualifizierte, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung, S. 6f

Letztlich ist es in jedem Fall hilfreich, die Mitarbeiter zum Fragen stellen zu ermuntern. Insbesondere sollten erfahrenere Beschäftigte dazu angehalten werden, den jüngeren Kollegen Aufgaben zu übertragen, an denen sie wachsen können.

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