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5.1 Praxisbeispiel

Die ESPRiT Consulting AG mit Stammsitz in München ist ein unabhängiges, international tätiges Beratungshaus für integrierte Management und IT Beratung. Kundenorientierung hat in dieser Branche oberste Priorität. Die Kunden erwarten von den rund 250 Mitarbeitern hochqualifizierte Lösungen und Ergebnisse innerhalb kürzester Zeit.

Für die eingesetzten Berater und Beraterinnen gehen damit ein hoher Erfolgsdruck und ein kontinuierlicher Wechsel zwischen verschiedenen Projekten, Themen und Kundenumfeldern einher. Mitarbeiter, die diesen Belastungen auf Dauer standhalten, sind schwer zu finden, insbesondere im hart umkämpften IT-Arbeitsmarkt.

Wachstum als Herausforderung

Für ESPRiT stellt das eine besondere Herausforderung dar, betrachtet man den Wachstumskurs des Unternehmens. "Unsere Unternehmensstrategie gibt uns ehrgeizige Wachstumsziele vor. Personalzuwächse von 20 Prozent pro Jahr sind daher nicht unüblich," erklärt Henrich Götz, Head of Human Resources bei ESPRiT, und ergänzt: "Dieser erhebliche Anteil neuer Mitarbeiter muss erfolgreich geworben, in möglichst kurzer Zeit eingearbeitet und integriert sowie langfristig gehalten werden."

Daher legt das Beratungsunternehmen viel Wert auf einen systematischen Einarbeitungs- und Integrationsprozess, der in verschiedenen Phasen erfolgt.

In jeder Phase sorgen verschiedene Maßnahmen und Herangehensweisen für eine reibungslose Integration. "Während des gesamten Prozesses legen wir Wert auf unterschiedliche, sich ergänzende Initiativen," erläutert Henrich Götz.

So steht zu Beginn der Mitarbeiterphase bei ESPRiT neben einer intensiven Betreuung und Vorstellung von Unternehmen und Ansprechpartnern ein formelles Orientierungsprogramm mit verschiedenen Schulungsmaßnahmen und integrationsfördernden Aufgaben auf dem Programm.

Kombinierter Einsatz von Coaching und Mentoring

Damit wird sowohl das Beratungsverständnis von ESPRiT als auch die ESPRiT-spezifische Unternehmenskultur vermittelt und in der Folge lebbar gemacht. Um den neuen Mitarbeiter schnell in das Unternehmen einzubinden und Vorkehrungen für eine starke Identifikation zu schaffen, wird zudem auf ein zentrales Instrument der Personalführung und Karriereentwicklung zurückgegriffen: Der kombinierte Einsatz von Coaching und Mentoring.

Diese Form der Unterstützung ist seit Firmengründung für alle ESPRiT Mitarbeiter, von der Teamassistentin bis zum Partner, verbindlich. Coach und Mentor arbeiten arbeitsteilig, stimmen sich aber regelmäßig ab, um die Mitarbeiter bestmöglich zu begleiten.

"Diese Arbeitsteilung ist schon deshalb wichtig, weil der Coach operativ und fachlich in der konkreten Projektarbeit unterstützt. Der Mentor übernimmt hingegen den eher strategischen Part und sorgt für die langfristige Entwicklung des Mitarbeiters. Die Zuordnung von Mentor und Mentee ist daher auf eine möglichst lange Dauer ausgelegt," erläutert Henrich Götz. Voraussetzung für die Position als Mentor ist eine langjährige Berufserfahrung, um dem Mitarbeiter wichtiges Erfahrungswissen vermitteln zu können.

Zielvereinbarungsgespräche

Zielvereinbarungsgespräche mit dem Coach und Karriereentwicklungsgespräche mit dem Mentor sorgen für größtmögliche Transparenz. Dadurch kann der Mitarbeiter zu jedem Zeitpunkt klar erkennen, wo er steht, was er tun kann, um weiter zu kommen, und welche Unterstützung ihm dafür zur Verfügung steht. Die schriftliche Fixierung der Gesprächsinhalte sorgt für eine entsprechende Verbindlichkeit.

Unterstützung durch den "Buddy"

Weitere Unterstützung erhält der Mitarbeiter durch den sogenannten "Buddy". Dabei handelt es sich um einen ESPRiT Mitarbeiter, der in aller Regel im gleichen Projekt wie der Neueinsteiger arbeitet und ihn während der ersten Tage und Wochen informell in alltäglichen Fragen unterstützt.

"Im Gegensatz zum Mentor oder Coach ist der Buddy besser in der Lage, den Einsteiger in die sozialen Netzwerke im Unternehmen einzuführen. Wo trifft man sich nach Feierabend? In welchen Verteiler muss ich mich eintragen lassen, um über die ESPRiT Freizeitangebote wie gemeinsames Fußball- oder Volleyballspielen informiert zu werden?" ergänzt Christine Kränzle, Head of Marketing & Communications.

Qualität der Ausführung und professionelles Rollenverständnis

Auf die Frage, welche Aspekte bei einem solchen Ansatz besonders wichtig sind, entgegnet Henrich Götz: "Die wichtigsten Punkte betreffen die Qualität der Ausführung und die Professionalität im Rollenverständnis. Denn nur wenn sowohl Coaches und Mentoren auf der einen als auch Protegés und Mentees auf der anderen Seite eine aktive Rolle im Coaching- und Mentoringprozess einnehmen können, findet eine wertschätzende Kommunikation auf gleicher Augenhöhe statt."

Unterstützung durch die Personalabteilung

All das setzt eine aktive Unterstützung durch die Personalabteilung voraus. Diese steht den Beteiligten jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung, stellt Informationen und Leitfäden für Coaches, Mentoren, Protegés und Mentees bereit und setzt Schulungsmaßnahmen um, die für alle Beteiligten verbindlich sind.

Ziele dieser Workshops sind es, Kenntnisse in der Gesprächsführung zu vermitteln und über die Grundlagen des Konzepts sowie Rollen, Aufgaben und Verantwortungsbereiche zu informieren.

Monitoring

Für eine hohe Qualität des Betreuungsprozesses ist zudem ein kontinuierliches Monitoring notwendig. Neben den Ergebnissen der alle zwei Jahre stattfindenden Mitarbeiterbefragung werden hierfür die Ergebnisse des obligatorischen Integrationsgesprächs herangezogen. In diesem Gespräch wird insbesondere auch der Mentoring/Coaching-Prozess reflektiert.

Werden Defizite offensichtlich, sucht man nach geeigneten Gegenstrategien. "Probleme lassen sich meistens in persönlichen Gesprächen beseitigen, beispielsweise wenn Termine aufgrund eines hohen Arbeitsanfalls nicht zustande kommen. In Einzelfällen passen Mentor/Coach und Mitarbeiter aber einfach nicht zusammen. Dann sorgen wir für einen entsprechenden personellen Wechsel," so Henrich Götz.

Eine lohnende Investition

Christine Kränzle ergänzt: "Die Rahmenbedingungen bestmöglich zu gestalten ist die eine Seite. Damit der Ansatz funktioniert, muss er aber auch gelebt werden. Das funktioniert nur in einem partnerschaftlichen und vertrauensgeprägten Klima, in dem es möglich ist, ehrlich und offen miteinander umzugehen und sich als Mensch mit individuellen Anforderungen und Bedürfnissen zu zeigen."

Die Investitionen für den Prozess sind nicht unerheblich, zahlen sich für das Unternehmen aber in vielfacher Weise aus. Nur auf dieser Grundlage kann ein schneller Einstieg in das anspruchvolle Arbeitsumfeld einer Unternehmensberatung erfolgen. Darüber hinaus stellen die geschilderten Maßnahmen sicher, dass sich die Beschäftigten überdurchschnittlich stark mit dem Unternehmen identifizieren und begünstigen ein offenes und partnerschaftliches Klima.

Das ist schon deshalb kein leichtes Unterfangen, weil die Berater weitgehend beim Kunden tätig sind und persönliche Face-to-Face-Kontakte zwischen den Mitarbeitern eher selten sind. Erfahrungsgemäß trägt das Konzept auch stark zur Karriereentwicklung der Mitarbeiter bei. Dadurch werden ihre Potenziale bestmöglich genutzt und es wird ein wesentlicher Beitrag zur Mitarbeiterbindung geleistet.

Letztlich zeugen verschiedene Auszeichnungen, wie die hohe Platzierung beim Great Place To Work Wettbewerb 2008 oder die zweifache Würdigung im Rahmen “Karriere des Jahres“ von einer vorbildlichen Personalpolitik und machen die guten Arbeitsbedingungen nach außen bekannt.

Kontaktdaten

ESPRiT Consulting AG
Christine Kränzle
Head of Marketing & Communications
Bavariaring 28
80336 München
Tel: +49 (175) 2214344
christine.kraenzle(at)esprit-consulting.com
www.esprit-consulting.com

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