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1. Die Ausgangslage klären

Zu Beginn muss man sich darüber klar werden, welche Erwartungen mit einer Kooperation verbunden sind:

  • Welche Ziele sollen damit erreicht werden?
  • In welchen Bereichen könnte eine Zusammenarbeit sinnvoll sein?
  • Was kann ich bieten?
  • Was erwarte ich von meinen Partnern?
     

Ausgewählte Ansätze zur Fachkräftesicherung im Verbund

Fachkräfte gewinnen

Standortmarketing

Die Qualität des Unternehmensstandortes ist für potenzielle Bewerber ein wichtiges Entscheidungskriterium. Von entsprechenden Maßnahmen können alle Verbundunternehmen in gleicher Weise profitieren. In Frage kommen z.B.: Verbesserung der regionalen Ausbildungssituation, Kommunikation der Standortvorteile z.B. auf einer Internetseite oder das Sponsoring von kulturellen oder sportlichen Events.

Ausbildungsverbund

Die Ausbildung des Fachkräftenachwuchses im eigenen Haus ist mit zahlreichen Vorteilen verbunden. Jedoch können nicht immer alle notwendigen Ausbildungsinhalte vermittelt werden oder es fehlt an zeitlichen Kapazitäten. Indem Unternehmen die Ausbildung gemeinsam organisieren, können die Fachkräfte von morgen frühzeitig ausgebildet und gehalten werden. Dieser Ansatz muss im Vorfeld mit der zuständigen Kammer abgeklärt werden.

Gemeinsamer Bewerberpool

Viele Unternehmen sind dazu übergegangen, die Unterlagen von nicht berücksichtigten Bewerbern aufzubewahren und in einer zentralen Datenbank zu sammeln, um im Bedarfsfall darauf zurückgreifen zu können. In einem tragfähigen und vertrauensgeprägten Netzwerk ist es eine gute Möglichkeit, die nichtberücksichtigten Bewerbungen unternehmensübergreifend zu bündeln, so dass alle beteiligten Unternehmen auf diesen Pool zugreifen können. Unabhängig, ob ein Bewerberpool nun alleine oder im Verbund realisiert wird: Die Bewerber müssen aus Datenschutzgründen darauf hingewiesen werden.

Tag der offenen Tür und regionale Jobmessen

Bei räumlich eng beieinander liegenden Unternehmen sind gemeinsam organisierte Tage der offenen Tür und regionale Jobmessen gute Möglichkeiten, um mit potenziellen Bewerbern und Auszubildenden in Kontakt zu treten. Das Vorgehen im Verbund hat nicht nur den Vorteil, dass die Kosten geteilt werden. Zudem wird eine größere Anzahl an potenziellen Bewerbern angesprochen und ein Beitrag zum Standortmarketing geleistet.

Fachkräfte gewinnen und binden

Fachkräfte- und Nachwuchskräftepool

Insbesondere bei stark schwankender Auftragslage oder einer überdurchschnittlichen Fluktuation ist es sinnvoll, einen unternehmensübergreifenden Pool an Fachkräften zu bilden, auf den alle Unternehmen zugreifen können. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass potenzielle Mitarbeiter bereits im Vorfeld umfassend getestet werden können.

Viele ausbildende Unternehmen stehen darüber hinaus regelmäßig vor dem Problem, dass Auszubildende trotz guter Leistung nicht übernommen werden können, weil die Kapazitäten fehlen. Auch in diesem Fall ist ein unternehmensübergreifender Pool an Nachwuchskräften eine gute Lösung

Fachkräfte binden

Gemeinsame Kinderbetreuungseinrichtung

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für immer mehr Erwerbspersonen ein wichtiges Kriterium für oder gegen eine bestimmte Stelle. Gerade die betrieblich organisierte Kinderbetreuung hat hier besonderes Potenzial. Jedoch sind die Kosten dafür relativ hoch und eine solche Einrichtung macht erst ab einer gewissen Anzahl an zu betreuenden Kindern Sinn. Für räumlich eng verbundene Unternehmen ist ein Vorgehen im Verbund daher besonders geeignet, um ihre Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern.

Gesundheitsmanagement im Verbund

Im Zuge alternder Belegschaften wird der Erhalt der Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten zunehmend wichtiger. Neben einer entsprechenden Aufgabengestaltung und einem kooperativen Führungsstil sind gesundheitsförderliche Einzelmaßnahmen wichtig. Gesundheitstage, Ernährungsberatung, Massageangebote oder Sport- und Fitnessangebote sind nur einige Beispiele, die sehr gut im Unternehmensverbund organisiert werden können. Damit wird eine Kapazitätsauslastung gewährleistet und die Kosten werden gesenkt.

Fachkräfte durch Qualifizierung

Gemeinsame Qualifizierungsmaßnahmen

Für viele kleine und mittelständische Unternehmen ist es nicht selbstverständlich, dass sie eine eigene Personalentwicklungsabteilung haben. Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen sind nicht nur aufgrund schnell wandelnder Arbeitsanforderungen zunehmend wichtiger. Darüber hinaus ist eine an den Mitarbeiterinteressen orientierte Personalentwicklung ein hervorragendes Bindungs- und Beschaffungsinstrument.

Extern angebotene Maßnahmen sind relativ teuer und werden häufig nicht dem betrieblichen Bedarf gerecht. Indem professionelle Personalentwickler durch den Verbund engagiert werden, können Einsparpotenziale realisiert und bedarfsgerechte Angebote entwickelt werden.

Modulare Qualifizierung im Verbund

Soll mit einer Qualifizierungsmaßnahme ein formaler Berufsabschluss erzielt werden, bieten sich Konzepte an, bei denen die notwendigen Inhalte in Modulen zusammengefasst werden und betriebsspezifisch ausgearbeitet und angeordnet werden können. Gerade wenn nicht alle notwendigen Tätigkeiten im Betrieb ausgeübt werden können, macht ein Vorgehen im Verbund großen Sinn. Darüber hinaus können Kosten für die theoretischen Lerneinheiten geteilt werden.

Machbarkeit des Vorhabens

Bereits zu diesem Zeitpunkt sollten erste Überlegungen zur Machbarkeit des Vorhabens erfolgen:

  • Gibt es Unternehmen, die ähnlichen Herausforderungen gegenüberstehen? Kämen diese für eine Kooperation in Frage?
       
  • Wird durch eine Kooperation die eigene Position gestärkt? Oder profitieren am Ende nur meine Wettbewerber?
     
  • Steht der eigene Betrieb schließlich besser oder schlechter da als vorher?

Neu: RKW Magazin 1/2016

Druckfrisch: Das neue RKW Magazin zum Thema Azubimarketing ist erschienen.

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