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1. Chancen und Potenziale

Eine Mitarbeiterbeteiligung hat positive Effekte auf der finanzwirtschaftlichen und der personalwirtschaftlichen Ebene. Indem ein Mitarbeiter eigenes Kapital in das Unternehmen einlegt, steigt zunächst einmal die Liquidität des Unternehmens. Darüber hinaus steht oft auch die Verbesserung des Eigenkapitals im Vordergrund.

Dies kann dann erreicht werden, wenn die Beteiligung direkt durch Erwerb von Kapitalanteilen, beispielsweise in Form von Belegschaftsaktien, oder mittels einer mezzaninen Beteiligung erfolgt. Letzteres führt nicht zu einer direkten Eigenkapitalstärkung, jedoch zu einem Anstieg eigenkapitalähnlicher Mittel und somit zu einer Bilanzaufwertung.

Ein weiterer finanzwirtschaftlicher Effekt entsteht durch einen Anstieg der Ratingeinstufung des Unternehmens, welche wiederum eine Erweiterung des Kreditrahmens oder eine Verringerung der Finanzierungskosten mit sich bringt.

Personalwirtschaftliche Effekte

Personalwirtschaftliche Effekte werden von beteiligungserfahren Unternehmen in der Regel noch höher eingeschätzt als die Effekte finanzieller Art. Neben den unmittelbaren Bindungseffekten entstehen positive Wirkungen auf die Motivation der Beschäftigten, ihr mitunternehmerisches Handeln und Denken sowie Vorteile bei der Mitarbeitergewinnung.

Schließlich zielt eine Mitarbeiterorientierung darauf ab, die oftmals traditionelle Trennung zwischen Unternehmer und Mitarbeiter abzuschwächen. Darüber hinaus führen Beteiligungsmodelle nicht selten dazu, dass sich die Unternehmenskultur positiv entwickelt.

Positiver Saldo

Unter dem Strich findet sich fast immer ein positiver Saldo: Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Unternehmen mit Mitarbeiterbeteiligung wesentlich produktiver sind als Konkurrenzbetriebe.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung  hat beispielsweise ermittelt, dass Beteiligungsbetriebe in den alten Bundesländern pro Mitarbeiter im Durchschnitt eine Bruttowertschöpfung von € 63.000 erwirtschaften. Dagegen weisen Betriebe, die ihre Mitarbeiter nicht beteiligen, eine mit € 40.000 deutlich geringere Wertschöpfung vor. Für die neuen Bundesländer lagen die entsprechenden Werte bei € 40.000 zu € 28.500.

Möller, Iris: "Produktivitätswirkung von Mitarbeiterbeteiligung. In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt und Berufsforschung, Heft 33, S. 565-582

Autor

Autor dieses Textes ist Stefan Fritz: E-Mail an Autor schreiben

Buchtipps

  • Erfolgs- und Kapitalbeteiligung der Mitarbeiter (Schneider / Fritz / Zander, 6. Auflage 2007)
  • Mitarbeiterbeteiligung im Mittelstand: Ein Atlas erfolgreicher Beteiligungs-modelle (Fritz (Hrsg.), 2008)