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2.1 Beteiligung am Erfolg

Ungefähr jeder zehnte Betrieb in Deutschland billigt seinen Mitarbeitern eine Erfolgsbeteiligung zu, auch wenn sich die jeweiligen Ausprägungen deutlich voneinander unterscheiden. Wie gestalte ich ein sinnvolles und passendes Beteiligungsmodell?

Folgende Fragestellungen liefern erst Antworten auf diese Frage.

Wer ist beteiligungsberechtigt?

In erster Linie ist zu unterscheiden, ob das Beteiligungsmodell alle Beschäftigten oder nur ausgewählte Mitarbeiter oder Mitarbeitergruppen, wie Vertriebs- oder Führungskräfte, begünstigt. Die Diskussion über den Kreis der Beteiligungsberechtigten ist grundsätzlich vor dem Hintergrund des arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatzes zu führen.

Welche Kennziffern sind fundamental?

Ein Erfolgsbeteiligungsmodell basiert in der Regel auf betriebswirtschaftlichen Kennzahlen, die es zu erreichen gilt. Dabei ist zu beachten, dass der Mitarbeiter seinen Einfluss auf diese Größe erkennen muss. Beispiele für Kennzahlen sind z.B. das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit oder der Deckungsbeitrag.

Sind Korrekturfaktoren einzurechnen?

Es gibt genügend Beispiele, in denen die Zugrundelegung der reinen Kennziffern nur unzureichend zum Ziel führt. In diesem Fall ist über eine Korrektur der Größe nachzudenken. Abschreibungen, kalkulatorische Zinsen oder kalkulatorische Gehälter sind mögliche Beispiele für Korrekturfaktoren.

Höhe des Gesamterfolgsanteils der Mitarbeiter?

Aus den genannten Faktoren lässt sich ein Gesamterfolgsanteil ermitteln, den es an die Mitarbeiter zu verteilen gilt. Die Höhe des Gesamterfolgsanteils bewegt sich meist zwischen 5 und 20 Prozent der Zielgröße, zum Beispiel des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.

Verteilung des Gesamterfolgsanteils?

In einem weiteren Rechenschritt ist der Gesamterfolgsanteil auf die Beteiligungsberechtigten zu verteilen. Auch in diesem Bereich können eigene Konzeptionen erstellt werden, die möglichst anreizend auf das Verhalten der Mitarbeiter wirken. So kann z.B. festgelegt werden, dass 70% des Gesamterfolgsanteils Produktionsmitarbeitern zufließt. Innerhalb dieser Belegschaftsgruppe erfolgt die Verteilung in Anlehnung an die relative Lohnverteilung.

Verwendung des Erfolgsanteils?

Der Erfolgsanteil kann zur Auszahlung gelangen, oder teilweise oder vollständig einer Kapitalbeteiligung zugeführt werden.

Autor

Autor dieses Textes ist Stefan Fritz: E-Mail an Autor schreiben

Buchtipps

  • Erfolgs- und Kapitalbeteiligung der Mitarbeiter (Schneider / Fritz / Zander, 6. Auflage 2007)
  • Mitarbeiterbeteiligung im Mittelstand: Ein Atlas erfolgreicher Beteiligungs-modelle (Fritz (Hrsg.), 2008)