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2.2 Kapitalbeteiligung der Mitarbeiter

Die weitestgehende Beteiligungsform ist die Kapitalbeteiligung der Mitarbeiter am arbeitgebenden Unternehmen. Mit ihr werden die weitestgehenden Motivationseffekte verbunden. Die Beteiligung der Beschäftigten am Unternehmenskapital stellt an Mitarbeiter und Firma aber auch höhere Ansprüche als die Erfolgsbeteiligung.

Die Mitarbeiterkapitalbeteiligung steht schließlich in starker Konkurrenz zu anderen Anlagealternativen des Kapitalmarktes. Warum sollte ein Mitarbeiter sein Geld gerade in die Firma seines Arbeitgebers investieren und nicht in den Fond, den ihm sein Finanzberater empfohlen hat?

Zwei Instrumente steigern die Attraktivität

Zwei Instrumente steigern die Attraktivität der Firmenkapitalbeteiligung gegenüber alternativer Anlageoptionen. Dabei handelt es sich um ein Instrument aus dem Einkommensteuergesetz (EStG) und das fünfte Gesetz zur Förderung der Vermögensbildung der Arbeitnehmer (VermBG).

§ 3 Ziff. 39 EStG erlaubt es, eine Zeichnung des Mitarbeiters mit maximal 360 Euro pro Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei zu bezuschussen. Dies setzt voraus, dass er vom Arbeitgeber on top geleistet wird. Alternativ ist aber auch möglich, dass der Mitarbeiter einen Teilbetrag von bis zu 360 Euro aus seinem Entgelt in die Beteiligung einbringt.

Dies bringt immerhin eine Steuerfreiheit des Gehaltsanteils mit sich, jedoch keine Befreiung im Rahmen der Sozialversicherung. Die Nutzung der Regelung setzt voraus, dass mindestens alle Mitarbeiter beteiligungsberechtigt sind, die dem Unternehmen ein Jahr dauerhaft angehören.

Darüber hinaus ist eine Förderung über das 5. VermBG möglich. Eine Förderung wird dann gewährt, wenn Einkommensgrenzen in Höhe von 20.000 Euro zu versteuerndes Einkommen bei Einzelveranlagung und 40.000 Euro bei gemeinsamer Veranlagung nicht überschritten werden.

Ist diese Voraussetzung erfüllt, wird nach Ablauf einer Sperrfrist von sechs Jahren eine Sparzulage auf betriebliche Beteiligungen in Höhe von 20 Prozent auf 400 Euro maximaler Anlagebetrag pro Jahr (Sparzulage = 80 Euro) geleistet.

Beteiligungsformen

Im Rahmen der Kapitalbeteiligung bieten sich unterschiedliche Beteiligungsformen an, wie die nachfolgende Grafik zeigt. Dabei ist jede Beteiligungsform durch die variable Gestaltung von Unterausprägungen (Laufzeit, ordentliche und außerordentliche Kündigung, Verzinsung, Verwaltung etc.) auf individuellen Belange konfigurierbar.

Autor

Autor dieses Textes ist Stefan Fritz: E-Mail an Autor schreiben

Buchtipps

  • Erfolgs- und Kapitalbeteiligung der Mitarbeiter (Schneider / Fritz / Zander, 6. Auflage 2007)
  • Mitarbeiterbeteiligung im Mittelstand: Ein Atlas erfolgreicher Beteiligungs-modelle (Fritz (Hrsg.), 2008)