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4. Praxistipps

Bei der Einführung eines Mitarbeiterbeteiligungsmodells ist zu beachten, dass Mitarbeiter diese Thematik mit sehr großer Aufmerksamkeit und hoher Sensibilität wahrnehmen. Von daher ist wichtig, dass die Beschäftigten im Einführungsprozess nicht verunsichert werden. Fehltritte können schnell zu Fehleinschätzungen der Mitarbeiter führen, denen im Nachhinein nur mit großem Aufwand begegnet werden kann.

In der Praxis hat sich daher bewährt, wie folgt vorzugehen:

  • Der Initiator eines Beteiligungsmodells - dies ist meist die Unternehmerseite, gelegentlich aber auch der Betriebsrat oder eine Führungskraft - sollte sich zunächst über die Hintergründe des Themas Mitarbeiterbeteiligung umfassend informieren. Möglichkeiten bieten sich durch das Studium von praxisorientierten Fachbüchern, den Besuch von Informationsveranstaltungen / Seminaren oder das Gespräch mit Praktikern.
      
  • Für beteiligungsunerfahrene Unternehmen ist die Unterstützung durch einen Berater unumgänglich, der das Unternehmen beim Aufbau des Beteiligungsmodells begleitet. Ein erstes Gespräch lässt schnell erkennen, ob der Berater erfahren ist und Fragen umfangreich beantworten kann. Die Erfahrenheit des Beraters lässt sich auch dadurch überprüfen, ob er Verbindungen zu Praktikern unterschiedlicher Modellausprägungen herstellen kann. Vorsicht ist allerdings dann geboten, wenn der Berater zu einer bestimmten Modellausprägung "drängt", da er ein in der Vergangenheit realisiertes Modell kopieren will.
      
  • In der folgenden Stufe ist eine Grobkonzeption zu erstellen, welche zentrale Modellbestandteile aufzeigt. Die Inhalte sollten in einer Projektgruppe (möglichst unter Beteiligung von Mitarbeitern) besprochen und gegenüber Alternativen abgewogen werden.
      
  • Auf Grundlage der Diskussionsergebnisse kann nun das Modell im Detail erarbeitet werden. Hierzu gehört beispielsweise eine Planrechnung.
      
  • Das Modell kann nun der Belegschaft vorgestellt werden. In größeren Unternehmen empfiehlt sich der Aufbau von Schulungsgruppen oder die Erstellung einer Broschüre. Darüber hinaus kann eine Hotline für Fragen zum Beteiligungsmodell geschaltet werden.
      
  • Nun erfolgt die Zeichnung von Anteilen durch die Mitarbeiter. Nach Eingang der zu leistenden Zahlungen können Anteilscheine ausgegeben werden.
      
  • Denkbar ist auch, nach erfolgreicher Modelleinführung die Öffentlichkeit und Verbände über den unternommenen Schritt zu informieren. Schließlich hat die Anwendung eines Beteiligungsmodells positive Effekte auf Kunden und potenzielle Bewerber.

Autor

Autor dieses Textes ist Stefan Fritz: E-Mail an Autor schreiben

Buchtipps

  • Erfolgs- und Kapitalbeteiligung der Mitarbeiter (Schneider / Fritz / Zander, 6. Auflage 2007)
  • Mitarbeiterbeteiligung im Mittelstand: Ein Atlas erfolgreicher Beteiligungs-modelle (Fritz (Hrsg.), 2008)