1. Gezielte Ansprache von Frauen
Viele der in dem folgenden Beispiel dargestellten Maßnahmen setzen keine hohen Investitionen voraus. Es kommt vielmehr darauf an, dass ein Unternehmen bereit ist, sich flexibel auf die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzustellen.
Praxisbeispiel: Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Grundlagen zum Personalmarketing
Bei der Gewinnung von qualifizierten Frauen kommt es weniger auf die Wahl eines bestimmten Mediums an – hier unterscheiden sich Männer und Frauen kaum voneinander. Viel wichtiger sind ein geschlechtsneutrales Personalmarketing und bestimmte Inhalte, die Frauen besonders ansprechen.
Arbeitgeber verbauen sich oft unbewusst den Zugang zu potenziellen Bewerberinnen, wenn sie im Personalmarketing in erster Linie Männer ansprechen. Fotos von männlichen Mitarbeitern oder ausschließlich männliche Bezeichnungen in Stellenanzeigen vermitteln nicht den Wunsch, Frauen zu gewinnen. Indem ein Unternehmen hier reflektiert vorgeht, kann der Rekrutierungserfolg bei Bewerberinnen deutlich erhöht werden.
Wertschätzung von potenziellen Bewerberinnen
Die folgenden Aspekte sprechen Frauen besonders an, drücken ihnen gegenüber Wertschätzung aus und sind damit für das gezielte Personalmarketing besonders wichtig.
- Verantwortungsvolle Tätigkeiten
- Entwicklungsperspektiven und Karrierechancen ausdrücklich auch für Frauen
- Hinweise auf einen hohen Frauenanteil in Führungspositionen
- Flexible Arbeitszeitgestaltung
- Eigenes Konzept zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf
- Familienbewusstes Unternehmensimage
- Einzelmaßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wie Unterstützung bei der Kinderbetreuung
- Mentoring- oder Coaching-Programme
- Entsprechende Auszeichnungen und Zertifikate, zum Beispiel unter: http://www.beruf-und-familie.de oder www.genderdax.de
Nachwuchswerbung
Die frühzeitige Werbung von qualifizierten weiblichen Nachwuchskräften birgt für Unternehmen besonderes Potenzial. Mit wenig Aufwand kann sich ein Arbeitgeber bei Studentinnen und Schülerinnen einen Namen machen und so bereits heute den Fachkräftenachwuchs von morgen sichern.
Dies gilt besonders für die Werbung junger Frauen für technische Berufe. Die folgende Abbildung verdeutlicht es: Immer noch entscheiden sich nur wenige Schulabgängerinnen für technisch-orientierte Berufsausbildungen oder Studiengänge, auch wenn sie die schulische Qualifikation sowie ein grundsätzliches Interesse dafür mitbringen.

Gezielte Ansprache von jungen Frauen
Um Barrieren abzubauen und künftig mehr junge Frauen für technische Berufsfelder zu begeistern, sollten sie frühzeitig und gezielt angesprochen werden.
Möglichkeiten, junge Frauen für technische Berufsfelder zu werben:
Praktika für Schülerinnen und Studentinnen
Aktionstage für Mädchen und junge Frauen
Technikwettbewerbe für Schülerinnen
Projektangebote an Schulen, Unterstützung von Mädchen-Arbeitsgemeinschaften
Schulpartnerschaften mit Mädchenschulen
Teilnahme am Girl`s Day
Mentoring-Angebote für Studentinnen
Angesichts des Aufwands und einer mitunter unsicheren Rendite, stellt sich die Frage: Lohnt sich ein solches Engagement wirklich? Das folgende Beispiel zeigt: Ja, es lohnt sich!
Praxisbeispiel: Aktions- und Schnuppertage
Teilzeitberufsausbildung
Junge Frauen mit Kindern zeigen im Berufsleben häufig einen besonders hohen Einsatz und eine außerordentlich starke Loyalität gegenüber ihrem Arbeitgeber - Eigenschaften, von denen Unternehmen profitieren können.
Eine Möglichkeit dafür ist die im Berufsbildungsgesetz vorgesehene Teilzeitberufsausbildung. Nähere Informationen dazu bieten alle Handwerks- und Industrie- und Handelskammern. Das folgende Beispiel zeigt, wie gut eine solche Lösung funktionieren kann.

