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1.1 Praxisbeispiel: Vereinbarkeit von Beruf und Familie

PraxisbeispielDas Unternehmen A (30 Beschäftigte) aus der Oberpfalz ist spezialisiert auf die Fertigung von Stahl- und Schweißkonstruktionen. Da das Unternehmen häufig einspringt, wenn andere Unternehmen den Terminplan nicht halten können, muss das Team rund um die Uhr einsatzbereit sein. Nacht- und Wochenendeinsätze sind die Regel.

Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Um unter diesen Bedingungen die hochspezialisierten Fachkräfte, die benötigt werden, gewinnen und halten zu können, wurden gezielt Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf umgesetzt:

  • Berücksichtigung familiärer Belange bei der Einsatzplanung und wunschgemäße Anpassung der persönlichen Stellenbeschreibung an die jeweiligen Lebensphasen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: beispielsweise weniger Montageeinsätze für Beschäftigte, die in fester Partnerschaft und/oder mit Kind leben.
  • Planungs-, Kalkulations- und Konstruktionsarbeiten können von zuhause aus erledigt werden.
  • Lebensarbeitszeitkonten: Überstunden und Urlaub lassen sich unbegrenzt ansammeln und für familiäre Belange abbauen.
  • Erwartet die Partnerin ein Kind, wird der Mitarbeiter in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft von heimatfernen Montageeinsätzen freigestellt.
  • Väter können an den Tagen rund um die Geburt frei nehmen.
  • Bezahlter Urlaub bei Einschulungen und Geburtstagen.
  • Übernahme der Kinderbetreuungskosten und Unterstützung bei der Kindergartensuche.
  • Notfallstube: Gibt es Probleme bei der Kinderbetreuung, kann das Kind unangemeldet mit zur Arbeit gebracht werden.
  • Spielplatz auf dem Betriebsgelände.
  • Zuwendungen in Höhe von mehreren hundert Euro bei Geburt und Hochzeit.
  • Zinslose oder zinsgünstige Darlehen.
  • Einkäufe über das Personalbüro in Notfällen.

 

Voraussetzungen

Voraussetzung für den Erfolg des Unternehmens sind motivierte und loyale Fachkräfte, die dem Unternehmen treu bleiben. Die Fluktuationsrate beträgt null Prozent, der Krankenstand 1,8 Prozent. Etwa 80 Prozent der Angestellten sind Männer. Die Hälfte der Frauen bekleidet Führungspositionen im Betrieb.

Positive Auswirkungen

Über zahlreiche Publikationen und Auszeichnungen wurden die Maßnahmen nach außen bekannt. Nach der Auszeichnung als familienfreundlichstes Unternehmen 2005 haben sich die Initiativbewerbungen um das 28-fache erhöht. Viele junge Frauen bewerben sich auf eine technisch-gewerbliche Ausbildung im Haus.

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