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2.3 Praxisbeispiel: Schichtarbeit

Das F Metallgusswerk GmbH & Co. KG (etwa 1.000 Beschäftigte) deckt das gesamte Spektrum an Leichtmetallguss-Verfahren ab. In der Produktion arbeiten viele un- und angelernte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aufgrund einer veränderten Auftragslage sollte die Betriebsnutzungszeit auf diesen Arbeitsplätzen ausgeweitet werden.

In dem tarifgebundenen Betrieb wurde bislang im Drei-Schicht-Betrieb mit einer Nutzungszeit von 108 Stunden pro Woche und Maschine produziert. Die neue Auftragslage erforderte jedoch eine Nutzungszeit von 124 Stunden. Die Differenz von 16 Stunden machte - bei einer tariflichen Wochenarbeitszeit von 35 Stunden - folglich eine Teilzeittätigkeit auf diesen Arbeitsplätzen notwendig.

Die Erweiterung auf einen Vier-Schicht-Betrieb war unmöglich. Aufgrund dieser Rahmenbedingungen entwickelte das Unternehmen ein Arbeitszeitmodell, das auf die Bedürfnisse von Zweitverdienern mit Kind abgestimmt ist: Donnerstags und freitags von 14 bis 22 Uhr. Die Stellen wurden mit besonderer Betonung des Arbeitszeitmodells vorerst intern ausgeschrieben.

Durch die Mundpropaganda der Beschäftigten gingen in kurzer Zeit zahlreiche Bewerbungen ein. Überwiegend bewarben sich Frauen, die vorher Schwierigkeiten hatten, einen passenden Arbeitsplatz zu finden.

Auch die Schichtleiterin konnte nach kurzer Einarbeitung aus diesem Kreis rekrutiert werden. Da die neuen Mitarbeiterinnen sehr produktiv arbeiten, ist geplant, dieses Modell auch auf andere Bereiche im Betrieb auszuweiten.

Zudem können durch die Teilzeitkräfte Produktionsschwankungen flexibel abgedeckt werden, ohne dass tarifliche Überstundenzuschläge gezahlt werden müssen. Und wenn neue Beschäftigte für eine Vollzeittätigkeit benötigt werden, kann auf diesen Pool zurückgegriffen werden.

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