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3. Personalentwicklung

Obwohl inzwischen eine exzellent ausgebildete Frauengeneration in den Betrieben tätig ist, können Frauen ihre Qualifikationen oft nicht in entsprechende Berufspositionen umsetzen. Sie werden einen Arbeitgeber aber nur dann wählen und ihm langfristig verbunden bleiben, wenn sie Entwicklungsperspektiven vorfinden, die mit denen ihrer männlichen Kollegen vergleichbar sind.

Maßnahmen zur Karriereentwicklung von Frauen

  • Frühzeitiges und zielgruppenorientiertes internes Marketing von Unternehmensbereichen mit Aufstiegschancen und Führungspositionen

  • Gezielte Ansprache von potenziellen Kandidatinnen für Führungspositionen

  • Angebot von Coachings oder Patenschaften für weibliche Nachwuchs- und Führungskräfte

  • Hohe Aufmerksamkeit für gute Leistungen von Frauen (die häufig selbstkritischer sind als ihre männlichen Kollegen)

  • Angebote von Fachkarrieren (Entwicklungsmöglichkeiten ohne Führungsverantwortung)

  • Fortbildungsseminare für Führungskräfte, um diese für das Thema zu sensibilisieren

Dass das Thema Karriereentwicklung für Frauen nicht zwingend mit hohen Ausgaben verbunden ist, zeigt das folgende Beispiel:

Beispiel der I GmbH (Textil- und Bekleidungsunternehmen)

Neben allgemeinen Unterstützungsangeboten hat eine Personalentwicklung für Frauen vor allem der Elternzeit Rechnung zu tragen. Schließlich wird sie nach wie vor meist von Müttern genutzt. Gezielten Maßnahmen können die kindesbedingte Auszeit verkürzen und den anschließenden Einarbeitungsaufwand so gering wie möglich halten.

Klärendes Gespräch vor der Elternzeit

Vor der Auszeit sollte ein klärendes Gespräch mit den Mitarbeitern geführt werden, in dem besonders auch deren weitere Personalentwicklung angesprochen wird.

  • Rechte und Pflichten bei Inanspruchnahme von Elternzeit erläutern

  • Bereitschaft zur Flexibilität des Beschäftigten und des Unternehmens klären

  • Teilzeitmodelle und Beschäftigungsmöglichkeiten bei Urlaubs-/ Krankheitsvertretungen vorstellen

  • Weiterbildungsbereitschaft der Beschäftigten thematisieren, gegebenenfalls im Hinblick auf eine neue Position nach dem Ende der Elternzeit

  • Personal- und Lebensplanung ansprechen

  • Art und Umfang des Kontakts während der Elternzeit definieren

  • Ansprechperson im Unternehmen während der Auszeit benennen

  • Rückkehrregelungen treffen

Kontakt während der Elternzeit

Während der familienbedingten Auszeit ist es besonders wichtig, den Kontakt zu den Müttern und Vätern aufrechtzuerhalten und sie zur Teilnahme an Personalentwicklungsmaßnahmen anzuregen – ein wichtiger Ansatz, um einen reibungslosen Wiedereinstieg zu gewährleisten.

  • Regelmäßige Gespräche mit einem Unternehmensvertreter bzw. einer im Vorfeld ausgesuchten Kontaktperson

  • Mitarbeiterzeitung zusenden

  • Zu Betriebsfeiern und Familienveranstaltungen einladen

  • In arbeitsbezogene Aktivitäten einbinden (Mitarbeiterinformationen, Jahresgespräche, Budgetplanungen)

  • Urlaubs- bzw. Krankheitsvertretungen ermöglichen

  • Personalentwicklung anbieten

Besondere Vereinbarungen

Angebote zur Personalentwicklung während der Elternzeit können durch besondere Vereinbarungen unterstützt werden. So kann der Arbeitgeber der Mutter oder dem Vater Leistungen gewähren, die über die gesetzliche Verpflichtung hinausgehen, beispielsweise:

  • Zuschüsse zur Kinderbetreuung

  • Zusage einer Aufgruppierung, sofern die notwendigen Qualifikationen erworben werden

Im Gegenzug verpflichtet sich der Mitarbeiter dazu,

  • An betrieblichen Weiterbildungen teilzunehmen

  • Urlaubsvertretungen zu übernehmen

  • Während bestimmter Teambesprechungen anwesend zu sein

  • Sich sogar auf eine neue Position im Unternehmen vorzubereiten

Weiterbildung trotz Kinderbetreuung

Mitarbeiter in Elternzeit sind naturgemäß stark in die Kinderbetreuung eingebunden und haben wenig Zeit "am Stück". Diesem Sachverhalt müssen auch die Weiterbildungsangebote Rechnung tragen.

  • Keine langen Lernphasen, sondern kurze Einheiten einplanen

  • Parallele Kinderbetreuung anbieten

  • Inhaltlich stark tätigkeitsbezogen anlegen

  • Kurze Anfahrtswege organisieren, keine Übernachtungen

Sehr geeignet ist eine Kombination mit E-Learning. Das Konzept des Blended Learnings (=gemischtes Lernen) ist kostengünstig, effizient und unter diesen Rahmenbedingungen besonders geeignet.

Rückkehrgespräch nach der Elternzeit

Auf die Rückkehr in das Unternehmen müssen sich sowohl die Eltern als auch der Arbeitgeber frühzeitig vorbereiten. Idealerweise gestalten sie rechtzeitig die Rahmenbedingungen in einem gemeinsamen Rückkehrgespräch. Folgende Punkte sollten dabei geklärt werden.

  • Voraussichtlicher zukünftiger Arbeitsplatz / künftige Position besprechen

  • Lage, Form und Dauer der Arbeitszeit abstimmen

  • Arbeitsplatzgestaltung anpassen

  • Bedarf für Einarbeitung und Personalentwicklung analysieren

  • Passende betriebseigene Maßnahmen für eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf erläutern

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