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3. Praxistipps

Die Einführung von Heimarbeitsplätzen ist an spezifische Voraussetzungen gebunden. Neben der Bereitstellung der technischen Infrastruktur sind in erster Linie weiche Faktoren entscheidend. Es kommt darauf an, dass Unternehmensleitung und Führungskräfte die notwendige Bereitschaft mitbringen und die Vorteile erkennen, die Teleheimarbeit mit sich bringt.

Arbeitsergebnisse zählen

Telearbeiter lassen sich nicht über ihr Zeitverhalten, sondern ausschließlich über die Arbeitsergebnisse kontrollieren. Damit wird eine Unternehmenskultur notwendig, die mehr auf Ergebnis-, als auf Zeitmentalität setzt. Deshalb wird der Ansatz auch meist mit Zielvereinbarungen kombiniert.

Voraussetzung hierfür ist einerseits ein gewisses Vertrauensverhältnis zu den Mitarbeitern. Andererseits müssen Vorgesetzte in der Lage sein, Aufgaben genau zu beschreiben und abzugrenzen.

Als Entscheidungshilfen, ob Vorgesetzte und Mitarbeiter für Telearbeit geeignet sind, dienen die folgenden Checklisten:

Gefahr von Isolierung und Vereinsamung

Das Arbeiten vom Homeoffice aus birgt die Gefahr von Isolierung und Vereinsamung. Somit sind geeignete Vorkehrungen zu treffen, um den Kontakt zum Betrieb und zu den Kollegen aufrecht zu erhalten. Die Kontaktpflege wird als Führungsaufgabe der Vorgesetzten zu definieren sein, mitunter ist auch die Betreuung durch ausgewählte Kontaktpersonen oder Paten sinnvoll.

Darüber hinaus sollte die Arbeit möglichst nicht ausschließlich von zuhause aus erfolgen. Besser ist das Modell der alternierenden Telearbeit. Das heißt, der Mitarbeiter arbeitet im Wechsel mal von zuhause und mal vom Büro aus. In einer Minimalkonfiguration sollten regelmäßige Mitarbeitersitzungen ein geeignetes Mittel zur Unterstützung sozialer Kommunikation darstellen.

Telearbeiter mit Kollegen gleichstellen

Letztlich ist es erfolgsentscheidend, dass Telearbeiter ihren Kollegen gegenüber nicht schlechter gestellt werden. Das heißt:

  • Telearbeit sollte immer ein freiwilliges Angebot sein und eine Rückkehr auf den betrieblichen Arbeitsplatz ermöglichen.
     
  • Der Arbeitnehmerstatus der Telearbeiter muss sichergestellt und einschlägige Schutzbestimmungen müssen eingehalten werden.
     
  • Entgegen des Mottos "aus den Augen, aus dem Sinn", sind Aufstiegs- und Entfaltungsmöglichkeiten unabhängig vom Telearbeitsverhältnis zu verteilen.
     
  • Telearbeiter sollten einen gleichberechtigten Zugang zu Qualifizierungs- und Organisationsentwicklungsmaßnahmen haben.


Generell sind bei der Ein- und Durchführung von Telearbeit einige rechtliche Regelungen zu beachten. Hierüber unterrichtet umfassend die Abhandlung von Angie Genenger.

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